„Standortfaktor für die Region“

Bald keine „weißen Flecken“ mehr: Erster Spatenstich für Breitbandausbau in den Soltauer Ortschaften

„Standortfaktor für die Region“

„Schnelles Internet ist und bleibt ein Standortfaktor für die Region“, betonte Dr. Ronald Begemann, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Soltau, am Dienstag, dem 22. Oktober: Damit alle Haushalte in Soltau bis Ende 2020 darüber verfügen können, werden rund 155 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Der Startschuss dafür fiel jetzt mit dem obligatorischen ersten Spatenstich am Kreisverkehr zum Designer Outlet Soltau (DOS).

Breitband für alle Haushalte auf dem Land: Das ist nicht unbedingt rentabel. „In den dünnbesiedelten Flächen stehen hohen Kosten wenige Anschlüsse gegenüber“, betonte Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Begemann beim Treffen zum ersten Spatenstich. Das zeige sich unter anderem darin, dass die Soltauer Ausschreibung habe wiederholt werden müssen - das zunächst beauftragte Unternehmen trat teilweise von seinen Aufträgen zurück, die Stadtwerke Soltau entschieden die anschließende Ausschreibung für sich.

In drei Bauabschnitten erfolgt der Breitbandausbau, Ende 2020 sollen auch alle Haushalte der Ortschaften - insgesamt 588 Gebäude - versorgt sein. Für die Tiefbauarbeiten auf den Grundstücken sind für die Kunden 20 Meter kostenfrei, wie Begemann hervorhob.

„Was die Region bekommt, darum beneiden sie viele Großstädter“, meinte der Aufsichtratsvorsitzende, und zeigte die vielen Möglichkeiten auf, die das schnelle Internet biete: Videokonferenzen, Cloud-Computing, modernes Fernsehen, Telemedizin, intelligente Meßverfahren oder die digitale Behörde - all das werde durch das Glasfaserkabel möglich.

„Als maßgeblicher Sponsor fühle ich mich hier ganz wohl“, freute sich der Erste Kreisrat Oliver Schulze. Insgesamt 17,5 Millionen Euro an Fördermitteln fließen in die „digitale Zukunft“ des Heidekreises - von Bund, Land und Landkreis. „Es gibt ausschließlich Glasfaser bis direkt ins Haus“, hob Schulze hervor, und das fast zum „Schnäppchen“-Preis. Um wirklich alle Bereiche des Landkreises erreichen zu können, habe es sich als richtig herausgestellt, „jede Kommune als einzelnes Los auszuweisen“, denn dadurch hätten sich auch etwa die kommunalen Energieversorger - wie die Stadtwerke Soltau - an den Ausschreibungen beteiligen können. Die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser sei ein Beitrag für die Sicherung der Attraktivität des ländlichen Raumes, meinte der Erste Kreisrat.

„Uns war die 100-Prozent-Versorgung immer wichtig“, betonte der Soltauer Bürgermeister Helge Röbbert. Er lobte den gemeinsamen Weg, den die Kommunen und der Heidekreis beschritten hätten, und sah die Region trotz der Verzögerungen im Ausschreibungsverfahren zeitlich vorn: „Wenn wir hier fertig sind - ob andere Landkreise dann auch schon soweit sind?“

Der Ausbau des Beitbandnetzes erfolgt in drei Bauabschnitten. Der Bereich Soltau Ost reicht von Timmerloh im Norden bis zu den Höfen Brümmerhof und Willenbockel im Süden, Drögenheide im Westen bis Königskrug im Osten. Der Bauabschnitt Süd erstreckt sich südlich (und einschließlich) von Barmbruch, Tetendorf und Hof Abelbeck. Der Bauabschnitt West umfasst den Bereich von Wieheholz und Wolterdingen im Norden bis Woltem im Süden.

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