Starkes, „lebendiges“ Netzwerk aufgebaut

BBS Soltau werden am kommenden Mittwoch erneut als Europaschule zertifiziert

Starkes, „lebendiges“ Netzwerk aufgebaut

Seit vielen Jahren engagieren sich die Berufsbildenden Schulen (BBS) Soltau als Europa- sowie Botschafterschule für das Europäische Parlament. Dazu gehören neben verschiedenen Projekten und Kooperationen auch ein länderübergreifender Austausch mit Partnerschulen sowie viele gegenseitige Besuche und Praktika. Letztere mussten in der Coronakrise zwar zum größten Teil ausfallen, dennoch hielten die beteiligten Schüler und Lehrkräfte Kontakt, meist über Online-Kanäle: „Man kann auch ‚digital verreisen‘ - auch wenn es ein großer Verlust ist, sich nicht ‚real‘ treffen zu können“, erklärt Gaby Tinnemeier. Die BBS-Schulleiterin gab am heutigen Montag einen Einblick in das Programm des Europatags, der am kommenden Mittwoch in „hybrider Form“ - also zum Teil als Onlinekonferenz und zum Teil als Präsenzveranstaltung - in der Böhmestadt über die Bühne geht. Zentraler Punkt: Die Vergabe der Europässe und die BBS Soltau werden erneut als Europaschule zertifiziert.

„Was machen ‚die‘ in Brüssel da eigentlich?“ - diese Frage stellten Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen, weiß Tinnemeier. Und eine Antwort darauf könne insbesondere für junge Menschen eine Teilnahme am Europa-Programm geben: „Die Berufsbildenden Schulen Soltau ermöglichen sowohl Schülerinnen und Schülern als auch Auszubildenden die Chance, sich als europäische Bürgerinnen und Bürger zu erleben und zu verstehen.“

Die Chance genutzt haben auch Lena Steinberger und Paul Böhling. Die beiden Elftklässler gehören zu den insgesamt rund 15 Junior-Botschafterinnen und -Botschaftern, die sich für das Projekt engagieren: Die Gruppe treffe sich regelmäßig, so Paul, habe unter anderem schon erfolgreich Kontakt zu David McAllister herstellen können. Und dieser Verbindung zum Abgeordneten im Europäischen Parlament folgte etwas Besonderes: „Der Besuch beim Europäischen Parlament in Brüssel war ein Highlight“, ist der Schüler des Beruflichen Gymnasiums begeistert.

Seine Mitschülerin schätzt besonders die vielen Kontakte, beispielsweise zu einer Schule in Litauen: „Außerdem sind wir noch mit einer österreichischen Schule im Austausch.“ Zudem habe die Gruppe ein gemeinsames „Escape Room“-Erlebnis organisiert, „ebenso haben wir vor kurzem ein EU-Quiz veranstaltet“, berichtet Lena.

Die Rolle der Junior-Botschafter sei enorm wichtig, hebt Annette Ruelius-Mangold, Teamleiterin Europa an den BBS, hervor: „Sie halten nicht nur den Kontakt zum Europaparlament aufrecht, sondern sie sollen außerdem den anderen Schülern von ihren Erfahrungen und vom Austausch mit den Schulen in verschiedenen Ländern berichten.“ Themen von Umweltbewusstsein über Friedensgedanken bis hin zur Digitalisieren stünden hierbei im Fokus, so Ruelius-Mangold: „Wir möchten einfach die ‚Idee Europas‘ in die Schulen bringen.“

Doch nicht nur Ideen werden transportiert, zum Europatag gibt es am 12. Mai auch etwas „Handfestes“: Die Europässe werden an Auszubildende, Ausbilder und Lehrkräfte, die an den Austauschprogrammen teilgenommen haben, vergeben. Rund 50 Teilnehmer, kalkuliert Tina Stößel, werden beim Europatag „live“ vor Ort sein. „Zentraler Punkt der Veranstaltung ist allerdings die erneute Zertifizierung der BBS als Europaschule“, so die Abteilungsleiterin Berufseinstiegsschule weiter.

Alle fünf Jahre erfolge eine solche Zertifizierung, „wir erhalten sie nun zum dritten Mal - und wir sind natürlich sehr stolz darauf“, freut sich Tinnemeier. Somit können die Berufsbildenden Schulen Soltau bereits auf zehn erfolgreiche Jahre als Europaschule zurückblicken. „Rund 350 Auszubildende haben über die Jahre im Rahmen des Austauschprogramms wertvolle Erfahrungen in Betrieben und Schulen im Ausland sammeln können“, so die BBS-Leiterin.

Außerdem habe die Schule in der vergangenen Dekade ein starkes und breites „Rundum-Netzwerk“ aufbauen können - „und das lebt natürlich von ‚lebendigen Verbindungen‘. Aber in Zeiten von Corona schauen wir aktuell auch, was wir ohne Reisen auf die Beine stellen können.“ Insgesamt aber passe der Gedanke zum Motto, unter dem das Programm am Europatag der BBS steht: „Gelebte Europaschule“.

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