Strecke zweigleisig ausbauen

Soltauer Rat verabschiedet Resolution zu Heidebahn

Strecke zweigleisig ausbauen

Es ist schon seit Jahren Dauerthema: Obwohl ausgebaut und verbessert, mit neuen Tarifen ausgestattet und mit neuen Fahrzeugen bestückt, sorgt die Heidebahn doch immer wieder für Kritik der Fahrgäste, insbesondere aber der Pendler. Verspätungen und Zugausfälle sind keine Seltenheit. Um hier Position zu beziehen, hat der Soltauer Rat in seiner Sitzung am 25. Juni eine Resolution an das Land Niedersachsen verabschiedet und darin einen Masterplan mit, wenn möglich, zweigleisigem Ausbau gefordert.

Wie Bürgermeister Helge Röbbert erläuterte, gehe die Idee dafür auf ein Treffen der Hauptverwaltungsbeamten Anfang dieses Jahres zurück: Björn Gehrs, Bürgermeister der Samtgemeinde Schwarmstedt, habe dies auch wegen der Schienenverkehrssituation im Südkreis angeregt.

In der Resolution heißt es, die Heidebahn stoße immer wieder an ihre Grenzen: „Die eingleisige Strecke sorgt für Beschränkungen der Kapazität. Verspätungen werden auf Gegenzüge übertragen. Die eingesetzten Fahrzeuge, Signale und Schranken erscheinen störanfällig. Die Verantwortlichkeit ist aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgesplittert und schwer greifbar. Die bisherige Kapazität an eingesetzten Fahrzeugen reicht häufig nicht, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Frust und Ärger der Bahnkunden sind häufig an der Tagesordnung. Es ist daher unumgänglich, jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen und nicht im derzeitigen Zustand zu verharren, um den Bedürfnissen der Bahnkunden im Heidekreis gerecht zu werden und die Bahn als attraktives Verkehrsmittel zu stärken. Wir fordern hier nicht Stückwerk, sondern einen gemeinsamen Masterplan aller Beteiligten.“

Um dies zu erreichen, werde das Land Niedersachsen aufgefordert, die Heidebahn so weit wie möglich zweigleisig auszubauen und danach einen Halbstunden-Takt (wie bei der S-Bahn Hannover) einzurichten: „Je früher mit dem Planverfahren begonnen wird, desto eher kann die Umsetzung erfolgen.“

Neben der umgehenden Erneuerung der Bahntechnik, „sollte an allen Wochentagen eine Durchbindung der Heidebahn nach Hamburg-Harburg erfolgen, um eine bessere Anbindung an Hamburg zu erreichen“, heißt es weiter in der Resolution.

Es seien zusätzliche Fahrzeuge und Waggons zu beschaffen und einzusetzen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden: „Es ist durch den Betreiber und Hersteller sicherzustellen, dass die immer wieder auftretenden Störungen an Türen, Heizungen etc. verlässlich abgestellt werden. Sollte dies nicht möglich sein, wäre der Einsatz dieser Fahrzeuge zu überdenken.“

Auch die Tarife hat die Resolution im Blick - sie sollten weiter fortgeschrieben werden: „Das Land Niedersachsen hat gemeinsam mit Hamburg und den Landkreisen Cuxhaven, Heidekreis, Rotenburg (Wümme) und Uelzen eine Erweiterung des HVV-Tarifgebietes auf niedersächsisches Gebiet ab Dezember 2019 beschlossen. Auch im GVH sind für das Umland von Hannover für Tages- und Einzeltickets attraktive Konditionen nötig, um noch mehr Menschen zu bezahlbaren Preisen Bahnfahren zu ermöglichen. Hierbei sind auch die Bahnhöfe Bad Fallingbostel und Dorfmark in Tarifverbünde einzubeziehen. Alternativ wäre ein attraktiver Niedersachsen-Tarif fortzuentwickeln, sofern dauerhaft keine Fortschritte beim GVH-Tarif erzielt werden.“

Abschließend heißt es: „Die Kommunen erklären, dem Bahnverkehr in ihren Planungen Priorität einzuräumen. Dies geschieht bei der Bauleitplanung und der Ausweisung neuer Park-and-Ride-Parkplätze unter Inanspruchnahme von Fördermitteln.“

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