„Superschnelles Internet“ für den östlichen Teil Soltaus?

Stadtwerke Soltau wollen Glasfaserkabel bis ins Haus legen / 40 Prozent der Anwohner im Ausbaugebiet müssen sich für einen Hausanschluss entscheiden

„Superschnelles Internet“ für den östlichen Teil Soltaus?

„Gibt es schnelles Internet?“ - das ist eine der ersten Fragen von angehenden Häuslebauern, die sich für Grundstücke in den Neubaugebieten der Kommunen interessieren. Eine Frage, die in der Regel mit „Ja“ beantwortet wird, da bei der Erschließung die Mitverlegung von Glasfaserkabeln unter dem Motto „Jede Baustelle bringt Bandbreite“ sichergestellt werden soll. Diesen „Luxus“ haben Hausbesitzer oder Mieter, die in „älteren“ Stadtgebieten leben, nicht. In der Böhmestadt arbeiten die Stadtwerke Soltau deshalb gemeinsam mit ihrem Partner TNG-Stadtnetz GmbH (TNG) aus Kiel daran, den Glasfaserausbau in und um Soltau voranzutreiben. Nun soll auch der Bereich „Soltau-Ost“ mit „superschnellem Internet“ versorgt werden. Das Gebiet im östlichen Teil Soltaus erstreckt sich ungefähr vom E-Center Ehlers bis inklusive Spiekerhof sowie nördlich und südlich der Lüneburger Straße. Der Ausbau muss für die Stadtwerke laut Geschäftsführer Jens Gieselmann natürlich „wirtschaftlich sein“. Deshalb seien Vorverträge erforderlich: „Voraussetzung für den Start des Ausbaus ist, dass sich mindestens 40 Prozent der Anwohner im Ausbaugebiet ‚Soltau-Ost‘ für einen Glasfaser-Hausanschluss entscheiden.“

Aus diesem Grund starten die Stadtwerke nun zunächst eine Informationskampagne. Alle in Frage kommenden Haushalte im Ausbaubereich finden entsprechendes Informationsmaterial samt Auftragsformularen in ihren Briefkästen. Wer möchte, kann sich direkt im Kundencenter der Stadtwerke informieren, außerdem ist eigens ein Außenbüro im „SternPartner“-Autohaus, Lüneburger Straße 141-145, eingerichtet worden, in dem Projektleiter Fredrik Hoffmann und Industriekauffrau Kiara Torno donnerstags von 15 bis 18 Uhr und freitags von 13.30 bis 18 Uhr Fragen Interessierter beantworten. Um eine vorherige Terminvereinbarung über die Internetseite glasfaser-soltau-ost.sw-soltau.de oder unter Ruf (05191) 84246 wird gebeten. Außerdem gibt es zwei Informationsveranstaltungen in „Neumann’s Waldschänke“ - und zwar am Mittwoch, dem 25. Mai, ab 18.30 Uhr sowie am Donnerstag, dem 2. Juni, ebenfalls ab 18.30 Uhr. Wegen der begrenzten Platzkapazität wird auch hier um Anmeldungen gebeten. Geplant ist außerdem ein Info-Stand auf dem Soltauer Wochenmarkt.

Laut Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann befinden sich im Ausbaugebiet rund 800 Gebäude mit circa 1.250 Wohneinheiten. Ziel sei es, mindestens 500 Verträge abzuschließen. Bis Ende Juli gebe es bei Abschluss eines der verschiedenen „Sol-Net“-Tarife den Glasfaserhausanschluss inklusive der ersten 25 Meter kostenlos. Danach entstünden Anschlusskosten.

Für die Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich im östlichen Teil Soltaus gehen die Stadtwerke von einer Tiefbaulänge von 3,5 Kilometern aus, für die Hausanschlüsse auf privaten Grundstücken von 7,3 Kilometern. Zudem hat das Versorgungsunternehmen errechnet, dass die Gesamtlänge der Tiefbauarbeiten für die benötigten Mikroröhrchen und Multirohrverbände knapp 25 Kilometer betragen wird. Für den „Hauptnerv“ des Netzes, das aus 92 Glasfasern bestehende Kabel, seien Arbeiten auf einer Länge von knapp sieben Kilometern erforderlich. Die Gesamtlänge der Hausanschlusskabel mit jeweils zwölf bis 48 Fasern betrage rund 66 Kilometer.

Die Stadtwerke Soltau und ihr Partner TNG versprechen „hohe und stabile Datenübertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde.“ Damit könnten modernste und datenintensive Internetanwendungen auch zu „Stoßzeiten“ problemlos genutzt werden. Eine Anbindung an „die modernste Infrastruktur“ bringe eine Wertsteigerung der jeweiligen Immobilie mit sich, zumal Glasfaseranschlüsse heute ein wichtiges Entscheidungskriterium seien. Ein weiterer Vorteil: Ein Glasfasernetz erzeuge keine elektromagnetischen Strahlungen und benötige „deutlich weniger Strom als klassische Kupfernetze.“

Aber auch darüber handele es sich um „das Netz der Zukunft“, heißt es vonseiten der Stadtwerke, denn: Das heute verbaute Netz könne in Zukunft „sogar Terabit-Geschwindigkeiten zur Verfügung stellen.“

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