Talentierter Tischlernachwuchs

Gesellenstücke-Ausstellung bis zum 6. September in der Volksbank Soltau - Interessierte können über Favoriten abstimmen.

Talentierter Tischlernachwuchs

Die bewährte Kooperation geht in die nächste Runde - auch in diesem Jahr ist für 14 Tage eine ganz besondere Ausstellung in den Räumen der Volksbank Lüneburger Heide in Soltau zu Gast: Junge Tischler aus dem Heidekreis präsentieren dort ihre Gesellenstücke. Interessierte (ausdrücklich auch Nicht-Volksbankkunden) können die außergewöhnlichen Möbel nicht nur bewundern, sondern bis zum 6. September auf einem Stimmzettel auch ihren Favoriten eintragen: „Der Sieger erhält von der Volksbank 150 Euro“, erklärte Filialleiter Jörg von Elling zum „Startschuss“ der Ausstellung.

Vorerst zum letzten Mal an diesem Platz zeigen die frischgebackenen Tischlergesellen - wie auch die Jahrgänge vor ihnen bereits - ihre Gesellenstücke in der Volksbank-Filiale in Soltau. Denn diese wird, so die Planungen, im kommenden Jahr abgerissen (HK berichtete). Die Volksbank zieht für eine Übergangszeit in die Räume der ehemaligen Kreissparkasse „schräg gegenüber“, so von Elling. Aber er ist zuversichtlich: „Auch dort werden wir eine Möglichkeit finden, diese Kooperation fortzuführen!“

Das hoffen auch Innungs-Obermeister Stephan Haake, BBS-Lehrer Olaf Suhk und Landrat Manfred Ostermann, die beim Pressegespräch zum Start der Aktion die langjährige Zusammenarbeit lobten. „Es sind wieder professionelle, individuelle Stücke zu sehen“, zeigte sich von Elling begeistert. Angesichts dieser Qualität, vor Ort produziert, müsse doch niemand zum Möbelkauf in die Ferne schweifen.

Insgesamt 17 Tischler haben in diesem Sommer ihre Gesellenprüfung abgelegt, 16 haben sie bestanden, betonte Olaf Suhk, Teamleiter Holztechnik an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Soltau. Die Gesellenstücke werden nun aussgestellt: Der eine Teil in der Volksbank, der andere bei der Kreissparkasse in Bad Fallingbostel.

Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich sogar 24 Prüflinge sein, kündigte Suhk an. „Das Tischlerhandwerk ist hier im Kreis noch nachgefragt“, freute er sich. Suhk hatte zum Ausstellungsstart in der Volksbank nicht nur die nächste „Tischler-Generation“ mitgebracht, die die Holzarbeiten genau inspizierten, um sich Ideen für ihr eigenes Gesellenstück zu holen. Mit dabei war auch Cora Meyer, seit kurzem Tischlergesellin: Ihr Couchtisch ist eines der Stücke, die aktuell in der Volksbank zu sehen sind. Nach langen Planungen - die in der Schule bereits im September begannen - und der Vorstellung bei der Zulassungskonferenz im April, präsentierte sie den fertigen Entwurf schließlich im Rahmen der mündlichen Prüfung im Mai. „Zwei Wochen hatten wir Zeit, um das Gesellenstück herzustellen“, erklärte Cora Meyer. Nach bestandener Gesellenprüfung geht die junge Tischlerin jetzt weiter zur Schule; ein Jahr lang besucht sie die Fachoberschule Technik, um anschließend zu überlegen, wie es weitergehen soll.

Auf die Idee, Tischlerin zu werden, ist sie dank der Zusammenarbeit der Grund- und Oberschule (GOBS) Bispingen mit den Berufsbildenden Schulen gekommen: „Bei den BBS-Tagen habe ich auch in den Bereich ‘reingeschnuppert und mir wurde gesagt, ich hätte Talent und sollte doch ein Tischlerpraktikum machen.“ Das tat sie dann auch - und entschied sich letztendlich tatsächlich für die Tischlerlehre.

Voll des Lobes über die Leistung der jungen Tischler zeigte sich Obermeister Haake. Zwei der Gesellenstücke, die in Soltau zu sehen sind, werden zudem „weiterreisen“ und beim Landeswettbewerb „Die Gute Form“ zur Infa Hannover vorgestellt: Das Hänge-Sideboard von Benjamin Brodt und der Schreibtisch von Micha Mathwig - der im übrigen auch der beste Prüfling in diesem Jahr gewesen sei.

Landrat Ostermann lobte ebenfalls die Gesellenstücke und machte seine Hoffnung deutlich, dass sich viele Interessierte an der Abstimmung beteiligen mögen: „Die jungen Leute haben das verdient.“ Zudem dankte er der Volksbank für das „tolle Zusammenspiel“ mit dem Handwerk und den BBS.

In diesem Zusammenhang hob Ostermann zudem die erfolgreiche „Work & Life“-Messe zur Berufsorientierung im Landkreis hervor, die von Jahr zu Jahr wachse. Auch das Handwerk stelle sich, gut organisiert, immer wieder zur Verfügung. „Immer mehr Unternehmen möchten sich hier präsentieren“, berichtete Ostermann. Und dies aus gutem Grund, denn „die Zahl der Anbahnungen ist enorm“. Ganz gezielt sprächen die Schüler - gerade am Sonnabend häufig in Begleitung ihrer Eltern - die dort vertretenen Betriebe an, um nach einem Praktikum oder einem Ausbildungsplatz zu fragen.

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