Theaterreihe in der Aula

Magische Momente auf der Bühne: Vier Aufführungen auf dem Programm

Theaterreihe in der Aula

Im Rahmen der aktuellen Theaterreihe, zu der die Stadt Soltau jetzt einlädt, stehen in der Spielzeit 2022/23 insgesamt vier Aufführungen auf dem Programm. Los geht es bereits am 7. Oktober mit „Das Abschiedsdinner“. Doch auch die anderen Vorstellungen in der Aula des Gymnasiums der Böhmestadt versprechen wieder magische Momente auf der Bühne. Treuer Partner der Soltauer Spielzeit ist die Konzertdirektion Landgraf. Das deutsche Tourneetheater mit Sitz in Titisee-Neustadt präsentiert sowohl Schauspiel- als auch Musicalproduktionen im deutschsprachigen Raum. Der Einzelticket- und Aboverkauf wird von der Soltau-Touristik organisiert.

Die Komödie „Das Abschiedsdinner“ bildet am 7. Oktober um 20 Uhr den Auftakt der Theaterreihe: Beflügelt von der Idee, Freundschaften zu beenden, die zur reinen Verpflichtung geraten sind, beschließen Peter und Katja, lästig gewordenen Freunden mit einem Abschiedsdinner den Laufpass zu geben. Als erstes Paar wählen sie Anton und Bea aus. Doch als alles für den letzten gemeinsamen Abend arrangiert ist, taucht Anton auf einmal ohne Bea auf. Was, wenn er etwas merkt?! Doch zu spät, Anton entlarvt die Absichten seiner Gastgeber. Nach dem ersten Schock möchte er die Freundschaft retten und schlägt eine Art Therapiestunde vor. Was folgt, ist ein genialer Schlagabtausch, der alles enthüllt, was sich die Anwesenden bisher nie gesagt haben.

Weiter geht es am 7. Dezember um 20 Uhr mit „Schtonk!“, eine Komödie nach dem Film von Helmut Dietl: Im April 1983 erklärte das Magazin Stern, dass sich Adolf Hitlers geheime Tagebücher in seinem Besitz befänden, und begann mit der Veröffentlichung in Millionenauflage. Doch schon nach zwei Wochen stellten sich die Bücher als dreiste Fälschungen heraus. Helmut Dietl verfilmte die Geschichte des bislang größten deutschen Medienskandals 1992 sehr erfolgreich unter dem Titel „SCHTONK!“. Jetzt kommt die ebenso groteske wie geniale Komödie, die aktueller nicht sein könnte, auf die Bühne.

Am 4. März des kommenden Jahres ist dann um 20 Uhr „Der Mönch mit der Klatsche“, eine Krimi-Komödie von Stefan Keim, zu sehen: Ein Desaster bahnt sich an: Das Theater ist voll, doch das gesamte Ensemble steckt samt Bühnenbild im Stau fest. Die 856. Vorstellung des Gruselschockers „Der Mönch mit der Klatsche“ droht zu platzen und die dringend benötigte Abendeinnahme auszufallen. Nur Regieassistentin Karin Tor und Requisiteur Klaus Konski sind vorausgefahren und pünktlich vor Ort. Beide kennen das Stück in- und auswendig. In wilder Improvisation zaubern sie eine irrwitzige Krimishow auf die Bühne, die immer haarscharf am Scheitern entlangschrammt.

Das Finale der Theaterreihe bildet dann im kommenden Jahr am 29. April um 20 Uhr „Aus dem Nichts“, ein Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin: Mit der Ermordung ihres Mannes Nuri und ihres kleinen Sohnes Rocco bricht Katjas Welt schlagartig zusammen. Besonders verheerend für sie ist, dass Polizei, Ermittler und Öffentlichkeit, selbst Freunde und Verwandte an Nuris Mit- oder Teilschuld. Es scheint plausibel, dass der Deutsch-Kurde wegen mutmaßlicher krimineller Kontakte ermordet wurde. Einen rechtsextremen Hintergrund hält niemand für denkbar. Schnell wird das Opfer als Täter abgestempelt. Für Fatih Akin, der dem NSU-Prozess beiwohnte, bestand der moralische Skandal weniger darin, dass deutsche Neonazis zehn Menschen getötet hatten, sondern darin, „dass die deutsche Polizei, die Gesellschaft und die Medien überzeugt waren, dass irgendeine Mafia dahintersteckte.“

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