Trauernde auffangen

Hospizdienst Lebensbrücke bietet „Friedhofsgespräche“

Trauernde auffangen

Mit den zunehmenden coronabedingten Einschränkungen wird auch der Spielraum für die Trauerbegleitung kleiner. Doch der ambulante Hospizdienst Lebensbrücke für Soltau, Munster, Bispingen und Wietzendorf hat sich eine Alternative zu seinem Trauer-Café einfallen lassen - die „Friedhofsgespräche“ in Soltau.

Wie Pastorin Elke Conrad und die beiden Koordinatorinnen Melanie Bade und Marianne Kraft erläutern, seien zunächst zwei Termine für die „Friedhofsgespräche“ eingeplant: am Sonntag, dem 29. November, und am Sonntag, dem 13. Dezember, jeweils ab 15 Uhr. Treffpunkt ist an der Kapelle des Soltauer Stadtfriedhofes in der Bergstraße. Dieses Angebot ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Es ist wichtig, trauernde Menschen nicht alleinzulassen“, weiß Conrad und erinnert an die erste Corona-Welle im Frühjahr, als auch das Trauer-Café eingestellt werden musste. Erst im Juli konnte die Lebensbrücke dieses Angebot reaktivieren. Auch während dieser Zwischenzeit, so die Pastorin weiter, „haben wir viele Gespräche geführt - auf der Terrasse oder am Telefon. Der Hospizgedanke hat also nicht geruht.“

Und das soll er auch weiterhin nicht: Jetzt, da das Trauer-Café erneut seinen Dienst einstellen muss, sollen die „Friedhofsgespräche“ für einen guten Ersatz sorgen. „Die Trauernden haben damit einen Anlaufpunkt und einen Impuls, aus dem Haus zu gehen, also sich und ihre Trauer in Bewegung zu bringen. Das ist wichtig, weil Trauer manchmal auch lähmt und in die Isolation führt“, erläutert Conrad.

Die „Friedhofsgespräche“ laufen immer draußen auf dem Stadtfriedhof unter Einhaltung aller Corona-Auflagen: „In der Regel geht dabei ein Mitglied des Lebensbrücke-Teams mit einem oder höchstens zwei Gä­sten während des Gesprächs über den Friedhof. Das dauert etwa eine halbe Stunde.“ Und Kraft ergänzt: „Es muss auch kein Spaziergang sein. Für jene, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, stehen Klappstühle zur Verfügung. Sie können ihr Gespräch also auch im Sitzen führen.“

Conrad, Kraft und ein weiteres ehrenamtliches, in diesem Bereich geschultes Mitglied des Teams übernehmen diese Aufgabe: „So können wir uns um ungefähr sechs Gäste kümmern. Das entspricht auch etwa der Teilnehmerzahl im Trauer-Café“, berichtet die Pastorin. Und weiter: „Wir haben uns in den letzten Wochen des Jahres nicht nur für einen Termin Ende November, sondern auch für einen zweiten nur 14 Tage später im Dezember entschieden. Das hat vor allem etwas mit der Adventszeit zu tun: Für viele, die einen geliebten Menschen vermissen, ist dies oft eine besonders schwere Zeit. Auch wenn die Trauer nicht aufhört, so wollen wir die Betroffenen mit unserem Angebot doch ein wenig auffangen.“

Das betont auch Bade mit Blick auf die Corona-Lage: „Trauer hört nicht auf, sondern wird auch durch die Pandemie eher noch verstärkt. Da ist es wichtig, dass wir unsere Angebote zu helfen aufrechterhalten und sichtbar nach draußen tragen.“

Auch in Munster musste das Trauer-Café seinen Dienst einstellen. Dort gibt es jeweils am dritten Mittwoch im Monat um 15 Uhr die „offene Kirche für Trauernde“ in der Schafstallkirche. Dabei besteht auch die Möglichkeit zu Einzelgesprächen.

Wer sich mit dem Hospizdienst Lebensbrücke in Verbindung setzen möchte, findet ihn im Haus der Kirche in Soltau, Rühberg 7, Tel.: (05191) 60144, www.hospizdienst-lebensbruecke.de, E-Mail info@hospizdienst-lebensbruecke.de.

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