Treffen in Soltau wird Triumphe bescheren | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Pfingsttreffen des Vereins TR-Register Deutschland in Soltau: 200 britische Oldtimer rollen vom 22. bis 25. Mai durch die Lüneburger Heide

Treffen in Soltau wird Triumphe bescheren

Sie sind schon vor vielen Jahren abgezogen, die „Briten“, die auf den sogenannten „Roten Flächen“ für den Ernstfall übten und dabei mit ihren Panzern zum Ärger der Heidjer reichlich Lärm machten und jede Menge Staub aufwirbelten. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei, die Natur hat sich die zerfurchten Flächen zurückgeholt, und längst erkunden Wanderer auf leisen Sohlen die idyllische Natur, die sich bestens erholt hat. In friedlicher Absicht rücken jetzt erneut „Briten“ an. Kettenfahrzeuge rattern dabei nicht durch die Gegend, sondern kleinere Fortbewegungsmittel mit vier Rädern, die durch schöne Formen und ein gepflegtes Äußeres auf sich aufmerksam machen: Vom 22. bis 25. Mai werden in Soltau mehr als 200 Oldtimer der Marke Triumph erwartet, die sozusagen „back to the roots“ auch Abstecher ins Camp Reinsehlen in Schneverdingen machen werden. Der eingetragene Verein TR-Register Deutschland (www.tr-register.de) feiert nämlich sein 50-jähriges Bestehen.

„Headquarter“ für die rund 350 überwiegend aus Deutschland stammenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird das Hotel Park Soltau sein. „Weitere Kontingente sind in zwei benachbarten Hotels gebucht“, berichtet Norbert Hegenbart, Leiter der Gruppe Hamburg im TR-Register. „Stelle dir das größte Familientreffen vor, das du je erlebt hast. Nur mit mehr Chrom, mehr Benzingeruch und deutlich weniger Streit ums Erbe“, heißt es augenzwinkernd auf der Internetseite der Oldtimer-Fans: „Seit 1975 gibt es unser jährliches Deutschlandtreffen, ursprünglich zu Ostern, mittlerweile fest verankert zu Pfingsten. Es ist das große Highlight in unserem Kalender und ein Muss für alle, die Triumph nicht nur fahren, sondern leben. Hier trifft sich alles, was Rang, Namen oder wenigstens Öl unter den Fingernägeln hat: TRs, Spitfires, Stags und ihre stolzen Besitzerinnen und Besitzer. Im Mittelpunkt steht unsere Jahreshauptversammlung, doch das ist nur der offizielle Teil. Drumherum geht es vor allem um das, was uns verbindet: Fahren, Fachsimpeln, Feiern und Freundschaft.“

Auch viele ausländische Triumph-Freunde besuchen alljährlich das traditionelle Pfingsttreffen in Deutschland, das diesmal von den Gruppen Hannover und Hamburg organisiert wird. „Man darf sich also auf eine Mischung aus hanseatischem Charme und norddeutscher Gelassenheit freuen“, versprechen die Organisatoren. Die anreisenden „Familienmitglieder“ werden in der Heide auf jeden Fall für internationales Flair sorgen: „Es werden Gäste aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz, den USA und natürlich aus dem Ursprungsland dieser fantastischen Fahrzeuge, Großbritannien, erwartet“, freut sich Hegenbart. Die Mitglieder des TR-Registers haben sich mit viel Herzblut der Erhaltung der Sportwagen der alten britischen Automarke Triumph verschrieben. Die legendären sportlichen Fahrzeuge werden zwar nicht mehr hergestellt, die „überlebenden“ Modelle aber um so mehr gehegt und gepflegt. In Zeiten, in denen sich Autos in Sachen Optik immer weniger unterscheiden, sind die „Oldies“ mit ihren in der Sonne funkelnden Chromteilen Hingucker, die die Herzen von Technik- und Automobilfreunden aller Altersgruppen höherschlagen lassen.

Das TR-Register Deutschland zählt mehr als 1.000 Mitglieder. Die Ursprünge der Marke reichen, wie der Verein auf seiner Internetseite erläutert, zurück ins Jahr 1885, als der aus Nürnberg stammende Siegfried Bettmann (1863–1951) die Firma S. Bettmann & Co. gründete – zunächst als Importeur von Fahrrädern und Nähmaschinen nach London. Bereits ein Jahr später wurde der Markenname Triumph eingeführt und 1887 mit dem Partner Moritz Schulte zur Triumph Cycle Co. Ltd. ausgebaut. Ab 1889 baute das Unternehmen eigene Fahrräder in Coventry in England. Diese frühen Jahre legten die Basis für ein Imperium, das später sowohl Motorräder als auch Automobile umfasste. In den 1970er Jahren geriet der Hersteller, längst unter anderer Firmierung, in massive wirtschaftliche Probleme, der Niedergang begann. Im Jahr 1980 wurde die Produktion der beliebten Modelle TR7 und TR8 eingestellt – ein Warnsignal. Vier Jahre später rollte dann das letzte Triumph-Auto, der Acclaim, vom Band.

Die Fans der Marke indes wollen nicht Trübsal blasen, sondern ihre Liebe zu den schicken „Oldies“ ausgelassen zelebrieren. „An Pfingsten trifft man sich an wechselnden Orten in Deutschland immer dort, wo eine der regionalen Gruppen das Treffen als Gastgeber organisiert“, erklärt Hegenbart.

Eine gute Tradition ist, dass während der jeweiligen Zusammenkunft für eine gemeinnützige Institution gesammelt wird. In diesem Jahr profitiert davon der eingetragene Verein Heidewerk (www.heidewerk.com), der mehr als 650 Menschen mit Behinderungen im Heidekreis einen Beschäftigungs- oder Betreuungsplatz bietet. Während des Treffens in der Heide wird übrigens nicht nur über „Rost und Rahmen“ gefachsimpelt, sondern es werden Stadtführungen in Lüneburg und Celle sowie diverse Ausfahrten durch die Heide angeboten. Die Veranstaltung endet am Pfingstmontag im Camp Reinsehlen. In der Einladung heißt es, typisch norddeutsch: „Es geht nicht darum, wer den schönsten Wagen hat, sondern wer den besten Humor mitbringt.“