„Trotzdem für die Eltern da“

Familienzentrum im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Soltau präsentiert erstmals einen Ganzjahresflyer

„Trotzdem für die Eltern da“

„Diesmal ist alles anders“, sagt Sabine Schütte, Leiterin des Familienzentrums im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Soltau. Bedingt durch die Corona-Pandemie und den aktuellen Lockdown läuft der Betrieb momentan auf Sparflamme, Angebote wie Pekip- und Delfi-Kurse sowie Eltern-Kind-Gruppen mussten in die Zwangspause gehen. Deshalb hat das Familienzentrum, das bislang alljährlich ein Halbjahresprogramm präsentiert hat, nun einen Ganzjahresflyer erstellt, der in erster Linie allgemeine Informationen enthält. Unter anderem ist erstmals eine Übersichtskarte enthalten, die den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Soltau mit seinen elf Kirchengemeinden zeigt. „Neu ist außerdem, dass im Faltblatt Fotos der Mitarbeiterinnen und Kursleiterinnen zu sehen sind. Gerade jetzt, wo man sich nicht persönlich sehen kann, weiß man wenigstens, mit wem man da gerade telefoniert“, so Schütte: „So versuchen wir, eine Brücke zu bauen.“

Die Diplom-Soziologin bedauert sehr, dass angesichts der Corona-Krise nichts Verlässliches geplant werden könne. „Das gab es noch nie. Wir haben zwar Ideen, ob die aber umsetzbar sind, wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen.“ Derzeit sei vielen Angeboten der Riegel vorgeschoben: „Die Pekip- oder Delfi-Gruppen, die sonst zur Prävention zählen und noch bis vor Weihnachten liefen, dürfen während des Lockdowns nicht stattfinden. Auch der Musikgarten setzt aus“, so Schütte. Und weiter: „Die offenen Krabbelgruppen der Gemeinden waren fast das gesamte vergangene Jahr über geschlossen - und auch die internationalen Gruppen im Familienzentrum waren nicht erlaubt. Themenabende oder Elternkurse entfallen ebenfalls für unbestimmte Zeit. Aber wir sind trotzdem für die Eltern da.“

Die Leiterin nennt als Beispiel ein Ehepaar, das aus Nürnberg in die Böhmestadt gezogen ist, weil der Mann hier Arbeit gefunden hat. Er und seine schwangere Frau hatten sich telefonisch an das Familienzentrum gewandt, das für die Neubürger vieles in die Wege leiten konnte - bis hin zur Vermittlung einer Hebamme. Einer anderen Anruferin konnte das Team zum Beispiel recht kurzfristig einen Kita-Platz besorgen. Auch unter erschwerten Corona-Bedingungen lässt sich per Telefon oder E-Mail eine ganze Menge regeln. „Wir sind sehr gut vernetzt und zuversichtlich, auch in der Corona-Krise eine hilfreiche Anlaufstelle zu sein“, betont Schütte. Telefonische Beratung bieten sie und die pädagogische Mitarbeiterin Claudia Mekes unter Ruf (05191) 60135 beziehungsweise 0151-16719401 an. Was derzeit ebenfalls möglich ist, ist die Geburtsvorbereitung, die in Corona-Zeiten auf digitalem Wege erfolgt. Per Videokonferenz gibt es Tipps und Hilfestellungen für Schwangere, die sich so körperlich und mental auf die Geburt vorbereiten können. Interessierte können sich direkt bei der Hebamme Sabine Thost-Haffner unter Ruf (05195) 933388, anmelden.

Auch wenn derzeit keine Pekip- und Delfi-Kurse angeboten werden dürfen, „die Nachfrage ist ungebrochen groß“, berichtet Schütte. Deshalb sollten sich Interessierte telefonisch mit dem Familienzentrum oder direkt mit den jeweiligen Kursleiterinnen in Verbindung setzten und sich möglichst frühzeitig um einen Platz bemühen. „Wir werden sofort wieder starten, wenn wir dürfen“, betont Schütte: „Deshalb ist es ratsam, schon jetzt den Kontakt zu suchen.“ Die Delfi-Kurse in Bergen leitet Alexandra Leubner, Telefon 0162-7068616, die in Bispingen Juliane Vetterlein, Telefon (05193) 9638215 und die in Munster Ruth Kranz, Telefon (05192) 5290. Leiterin der Pekip-Kurse in Soltau ist Ulrike Henderson-Voß, Telefon (05191) 628033. Schütte hofft, dass diese Kurse für Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr nach dem Lockdown schnellstmöglich wieder starten können. Die Teilnahme ist bereits mit Kindern ab der sechsten Lebenswoche möglich. Sollte es wieder losgehen dürfen, wird es zunächst pandemiebedingt kleinere Gruppen und Fünfer-Kurse statt Zehner-Blöcke geben, um bei weiteren Änderungen der Erlasslage flexibler reagieren zu können. Natürlich wird das Ganze dann wieder nur unter Einhaltung eines entsprechenden Hygiene-Konzeptes möglich sein.

Ebenso hofft das Team des Familienzentrums, dass das Angebot „Musikgarten“, ein Konzept zur ganzheitlichen musikalischen Frühförderung für Kinder und Eltern, bald fortgesetzt werden kann. Spielerisch werden je nach Alter und Entwicklungsstand Sprachentwicklung, Hörvermögen, Intelligenz, Fantasie, Kreativität und Sozialverhalten gefördert. Es gibt drei Gruppen: Für bis zu einjährige Babys, für Kleinkinder bis dreieinhalb Jahren sowie für Kinder von drei bis sechs Jahren. Wenn es die Corona-Lage zulässt, dann wird es kleine Gruppen geben, die sich montags vormittags in den Räumen des Familienzentrums treffen, größere Gruppen nachmittags im Gemeindesaal der St. Johannisgemeinde. Infos dazu gibt es bei der lizensierten Musikgarten-Lehrerin Andrea Lühmann (www.musikgartenmitandrea.de), Telefon (05191) 8030725, die dann auch Anmeldungen entgegennimmt. Schütte vermutet, dass die internationalen Eltern-Kind-Gruppen, in denen sich in den Räumen des Familienzentrums, Rühberg 7, Menschen aus den verschiedensten Nationen zum Singen, Spielen, Basteln und zum Austausch getroffen haben, noch länger werden pausieren müssen. Wahrscheinlich werde es erst wieder im Frühjahr oder Sommer dieses Jahres weitergehen. „Claudia Mekes bleibt aber mit den Familien in Kontakt und steht auch weiterhin telefonisch für alle zur Verfügung“, berichtet die Diplom-Soziologin. Auch die weiteren in der Regel von Ehrenamtlichen geleiteten Eltern-Kind-Gruppen in Bergen, Bispingen, Hermannsburg, Munster und Wietzendorf befinden sich wohl noch längere Zeit in der Zwangspause. „Nähere Informationen dazu gibt es in den jeweiligen Gemeinden oder bei den Ansprechpartnerinnen, die in unserem Flyer aufgeführt sind“, erklärt Schütte.

Das Faltblatt wird derzeit verschickt und verteilt, liegt unter anderem in Apotheken, Tourist-Informationen, Kitas, Kirchenbüros sowie in Kirchen und Gemeindehäusern aus. Außerdem ist es auf der Internetseite www.kirchenkreis-soltau.de über die Links „Haus-der-Kirche“ und „Familienzentrum“ zu finden. Auf der Internetseite beziehungsweise über die Presse wird auch rechtzeitig mitgeteilt, wann welche Kurse wieder laufen dürfen. Infos zu allen Angeboten, auch über Inhalte und Kosten sowie mögliche Ermäßigungen, gibt es im Familienzentrum unter Ruf (05191) 60135 oder per E-Mail an Familienzentrum.Soltau@evlka.de. Das Team hat sich auf die Fahne geschrieben, Ratsuchenden trotz all der Einschränkungen weiterhin hilfreich zur Seite zu stehen. Dazu Schütte: „Was auch immer kommt, wir alle überstehen die Corona-Krise besser in einem Netzwerk als allein.“

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