Trunkenbolde und mehr

Band 26 von „Soltauer Schriften/Binneboom“ erschienen

Trunkenbolde und mehr

Pünktlich zum Beginn der Adventszeit veröffentlichen der Heimatbund und die Freudenthal-Gesellschaft Soltau den 26. Band ihrer gemeinsamen Jahrespublikation „Soltauer Schriften/ Binneboom“.

Darin findet sich auch diesmal wieder allerlei Interessantes und Unterhaltsames: Wer etwa früher durch Soltaus Straßen torkelte und seinen Mitbürgern auffiel, landete schnell in den Akten der Stadt: Noch 1949 wurde das akribisch im „Verzeichnis der Trunkenbolde“ festgehalten - ebenso wie ein Wirtshausverbot als Strafe. Doch die Trinkerlisten und die Welt längst vergangener Wirtshäuer und Gaststätten sind nur ein Kapitel Soltauer Geschichte.

Weitere vielseitige Aufsätze und Berichte machen den Band wieder zu einer wahren Schatztruhe mit 93 Seiten interessanter Geschichte und Geschichten. Die Redakteure Dr. Wolfgang Brandes, Arnulf Struck, Volker Wrigge und Andres Wulfes laden dazu ein, in die Heimat- und Regionalgeschichte einzutauchen. Großformatige Fotos und Bilder sowie eine auch farblich klare Struktur lassen deutlich die Handschrift von Rike Sattler erkennen, die die „Soltauer Schriften/Binneboom“ als Editorialdesignerin wiederum erkennbar künstlerisch geformt hat.

Eindrucksvolle Fotos zeigen, wie idyllisch und beschaulich Alt-Soltau noch vor 60 Jahren ausgesehen hat - und dokumentieren im Vergleich die Entwicklung zum heutigen Mittelzentrum. Dass Hermann Löns nicht nur ein Heidedichter war, beweist eine Untersuchung der Löns-Rezeption in der DDR. Wiederentdeckt wird ein längst vergessener Heide-Prophet aus Ellingen, der während des 30-jährigen Krieges sogar deutlich überregionale Wirkung hatte. Moderne Kunst mit weitreichender Ausstrahlung erwartet man zunächst nicht in der Heide - doch genau das findet sich auf dem Springhornhof. Ein Rückblick stellt die bemerkenswerte Arbeit des Vereins Springhornhof unter dem Motto „Kunst in die Landschaft“ dar.

Und schließlich rundet eine Untersuchung der regionalen Ortsnamen Undeloh, Breloh und Ramelsloh die Gesamtschau ab - und berichtet, was Namensteile alles verraten.

Auf einen liebgewonnenen Bestandteil müssen die Leserinnen und Leser der Soltauer Schriften/Binneboom diesmal allerdings verzichten: Die Verleihung des Freudenthalpreises und daher auch die gewohnte Würdigung der Werke sind der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Die Soltauer Schriften/Binneboom werden als Jahresgabe direkt an die Mitglieder des Heimatbundes verteilt. Für jeden anderen gibt es das Buch ab sofort in den örtlichen Buchhandlungen.

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