Übers Kochbuch zum Abiball

Soltauer Abiturienten müssen finanzielle Engpässe überwinden

Übers Kochbuch zum Abiball

Wer Veranstaltungen plant, kann derzeit nicht eben verlässlich in die Zukunft blicken. Das gilt auch für die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Soltauer Gymnasiums: Ob Corona ihren Abiball 2021 zulässt, wagt noch keiner zu prognostizieren. Doch die Hoffnung steigt, zumal der neue Impfstoff wieder Perspektiven zulassen könnte. Dann bliebe aber ein Problem: Die Kassen des Abiturjahrgangs sind ziemlich leer, die Finanzierung des traditionellen Balls ist nicht gesichert und damit die Veranstaltung gefährdet - womit die Soltauer sicherlich nicht allein sind, denn auch anderswo dürften ähnliche Abschlussfeiern auf der Kippe stehen.

Für die meisten Schülerinnen und Schüler des Soltauer Gymnasium ist dieses Fest das i-Tüpfelchen auf ihrer schulischen Laufbahn, das - nach bestandenem Abitur - noch einmal alle zusammenführt. Und die Vorbereitungen darauf beginnen schon früh - auch aus finanziellen Gründen.

Neben den Abiturientinnen und Abiturienten selbst sind es in der Regel Freunde, Freundinnen, Eltern und Geschwister, die die Festivität besuchen - und dafür auch Eintritt zahlen. Damit der nicht zu hoch ausfällt, versuchen die angehenden Abiturienten, die Kosten für den Ball noch aus weiteren Einkünften zu decken. So wird normalerweise schon viele Monaten vor dem Abitur mehr oder weniger regelmäßig zu sogenannten Abipartys eingeladen, bei denen möglichst ein Überschuss erwirtschaftet wird, der dann in die Abi­ball-Kasse fließt. Damit sind die Möglichkeiten aber noch nicht erschöpft, wenn es normal läuft.

Normal war in diesem Jahr allerdings fast gar nichts. Auch nicht für das Finanzkomitee, in dem sich Niklas Beller, Tjado Brackmann, Valeri Maistruc, Phillip Siuts, Bianca Haßler, Jannis Dörr, Leonie Braun, Tjarko Gerdes, Merle Fehlig und Linus von Elling um die Verwaltung der Abi­ball-Gelder kümmern. Da gibt es nämlich bisher nicht wirklich viel zu verwalten: „Im August 2019 - nach Beginn der zwölften Klasse - haben wir mit den Vorbereitungen begonnen und konnten im November 2019 sogar die erste Abiparty feiern“, erinnert sich Phillip Siuts.

Dabei ist es aber dann im wesentlichen geblieben: „Im März kam der Lockdown und damit auch das Aus für weitere Partys.“ Doch nicht nur diese Geldquelle versiegte, bevor sie überhaupt angefangen hatte, wirklich zu sprudeln: „Normalerweise hat der Abijahrgang auch einen Stand auf dem Soltauer Weihnachtsmarkt, um Waffeln, Glühwein und Kinderpunsch zu verkaufen. Aber auch das war in diesem Jahr nicht möglich. Und der Verkauf von Keksen, Kuchen und Waffeln in der Schule musste ebenfalls ausfallen.“

Damit sind in diesem Jahr so ziemlich alle Geldhähne zugedreht gewesen, doch die 112 Schülerinnen und Schüler des Abijahrgangs haben noch nicht aufgegeben. So berichtet Phillip Siuts: „Wir haben einen kleinen Spendenaufruf in den sozialen Bedien gestartet, der auch etwas gebracht hat. Aber wir wollen natürlich vor allem selbst etwas tun, um die Lage zu verbessern.“

Dazu haben die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Seminarfachs internationale Rezepte zusammengetragen und daraus ein Kochbuch gemacht: „Das verkaufen wir nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch nach außen. Erste Bestellungen gibt es schon, doch durch die Corona-Krise hat sich das alles etwas verzögert, so dass die Bücher erst Anfang 2021 vorliegen werden. Darüber hinaus möchten wir unter den hiesige Betrieben Sponsoren finden, die uns finanziell unterstützen und dafür beim Ball etwa mit einem Banner oder einem Plakat für sich werben dürfen. Und natürlich versuchen wir, uns weitere Einnahmemöglichkeiten einfallen zu lassen.“

Wer das Finanzkomitee dabei unterstützen möchte, kann sich unter p.siuts@t-online.de an Phillip Siuts wenden. Und wer eines der Kochbücher bestellen will, dem hilft Merle Fehlig unter Merle.Fehlig@gmail.com weiter.

Nach den Planungen soll der Abi­ball am 7. Juli 2021 über die Bühne gehen, so Corona und Kasse es denn zulassen. Bis dahin ist es aber noch ein Weilchen hin - und alles kann noch gut werden. Und wenn der Ball am Ende doch ausfallen müsste, dann, so Phillip Siuts, „wird das eingenommene Geld gespendet.“

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