Unternehmen befragen für künftige und bedarfsorientierte Planung

Stadt Soltau sammelt Daten für Gewerbeflächen-Entwicklungskonzept

Unternehmen befragen für künftige und bedarfsorientierte Planung

Innerhalb und rund um die Böhmestadt sind die Gewerbegebiete gut ausgelastet: Zum einen gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Neuansiedlungen von größeren und kleineren Firmen, zum anderen haben auch einige hiesige Traditionsunternehmen ihre Produktionsstätten erweitert und zusätzliche Standorte etwa im Industriegebiet Soltau Ost III nahe der Autobahn geschaffen. Wie sich der Bedarf für weitere Gewerbeflächen bis 2035 entwickeln könnte, wie neue Gebiete aussehen und was sie bieten sollten – dazu möchte die Stadt Soltau jetzt jene befragen, die es betrifft, beziehungsweise zukünftig betreffen könnte: Um besser und bedarfsorientierter planen zu können startet die Stadt nämlich eine Umfrage, an der sich alle hiesigen Gewerbetreibenden beteiligen können. So sollen Daten für das Gewerbeflächen-Entwicklungskonzept (GEFEK) gesammelt werden. Was es damit auf sich hat, das erklären Erster Stadtrat Karsten Lemke sowie Daniel Gebelein und Benjamin Schubert von der Fachgruppe 61 (Regional- und städtebauliche Entwicklungsplanung) im Pressegespräch.

„Klassische Gewerbegebiete“, so beschreibt sie Lemke, „sehen im Grunde meist alle gleich aus: Eine größere Straße führt hinein, rechts und links davon gehen Stichstraßen ab, an denen zahlreiche Hallen zu finden sind.“ Doch so sollen die Areale für Industrie, Handel und Produktion in der Zukunft nicht mehr aussehen, meint der Erste Stadtrat. Die Standorte der Firmen seien mittlerweile selbst weit mehr als nur nüchterne Funktionsbauten: „Viele Gewerbetreibende haben heute selbst schon den Anspruch an ihren Produktionsstandort, dass dieser nicht allein mit nachhaltiger Technik ausgestattet sowie energieeffizient und möglichst ökologisch betrieben werden solle, sondern alles soll zudem gut aussehen und einen ‚grünen Charakter‘ haben.“

Gebelein bestätigt, bei vielen Firmen sei das mittlerweile ein wichtiger Faktor, ebenso wie eine gute Anbindung ans Internet und den ÖPNV: „Daher plant man heute schon ganz anders, nämlich mit ausreichend Grünflächen und Platz für Fotovoltaikanlagen, dazu muss alles harmonisch ins Landschaftsbild passen. Für die Unternehmen zählt heute: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen hier nicht nur arbeiten, sondern sich auch wohlfühlen.“ Alles lasse sich vielleicht nicht immer unter einen Hut bringen und letztendlich hätten verschiedene Gewerbe nun einmal verschieden Ansprüche, so Gebelein, „doch wir wollen schauen, wie wir kommende Planungen weitgehend ökologisch und bedarfsorientiert hinbekommen. Daher fragen wir: Was brauchen Unternehmen und was wollen sie zünftig?“

Schubert erklärt dazu, welche Themenfelder in der Umfrage behandelt werden: „Dort werden Fragen zum Betrieb selbst gestellt, etwa zu genutzten und geplanten Flächen, aber auch zum Bereich Nachhaltigkeit und zu weiteren Themen.“ Zu finden sind in der jetzt gestarteten Erhebung Fragen wie diese: „Was müsste an Ihrem aktuellen Standort/Standortumfeld künftig optimiert werden?“ und „Welche besonderen Qualitäten müsste eine zukunftsfähige Gewerbeimmobilie aus Ihrer Sicht aufweisen?“ – und zwar in Bezug auf Erweiterungsoptionen, Zuschnitte und Parzellengröße – sowie „Welche Erwartungen/Wünsche haben Sie an die Verantwortlichen der Wirtschaftsförderung/Stadtverwaltung?“

Die Umfrage ist bis zum 13. November über die Internetseite der Stadt unter www.soltau.de abrufbar. Den (kleinen) Fragenkatalog zu beantworten, „dauert schätzungsweise nicht viel länger als zehn Minuten“, so Gebelein, der ergänzt: „Eine dreistellige Anzahl an Umfrageteilnehmern ist unser Ziel.“

Die Zahl der potenziellen Teilnehmer liegt indes im vierstelligen Bereich: „Etwa 1.250 Gewerbetreibende gibt es hier bei uns, und alle sind aufgefordert, bei der Umfrage mitzumachen“, appelliert Lemke. „Wir wollen valide Daten bekommen“, hofft der Erste Stadtrat. Und da sei ein guter Querschnitt gefragt, also vom Ein-Mann/Frau-Betrieb mit nur einem Computerplatz im kleinen -Büro bis hin zum Großbetrieb mit riesigen Produktionsanlagen und Hunderten von Mitarbeitern.

Denn genau das spiegele das reale Bild wider, so Schubert: „Wir müssen auch weiterhin einen guten Mix haben, also mit großen und kleinen Firmen.“

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