Viele Weichen für Soltau mitgestellt

Wolfgang Bargmann im Alter von 93 Jahren verstorben

Viele Weichen für Soltau mitgestellt

Auch wenn sich Wolfgang Bargmann schon lange aus der aktiven Lokalpolitik zurückgezogen hatte - den Kontakt zu seiner SPD hielt der ehemalige Soltauer Bürgermeister auch weiterhin, und nicht nur dann, wenn die Genossen ihn ehrten, etwa für 70jährige Parteimitgliedschaft, wie im Januar 2017. Jetzt hat Bargmann von seiner Familie, seiner Partei und von Soltau Abschied genommen: Im Alter von 93 Jahren ist er am 13. Februar verstorben.

Wolfgang Bargmann war vielseitig interessiert und engagiert. Insbesondere im Bereich der Kommunalpolitik hinterließ er dabei seine Spuren. Spätestens am 1. Juli 1971 trat er hier ins Licht der Öffentlichkeit: Damals rückte er für seinen Vater Gustav, der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war, in den Soltauer Rat nach. Politisch engagiert war er allerdings schon vorher, was sicherlich auch am väterlichen Vorbild lag: Schon 1947 trat er dem 1946 wiedergegründeten SPD-Ortsverein Soltau bei.

25 Jahre - bis zum Ende der Wahlperiode 1996 - gehörte Wolfgang Bargmann am Ende dem Soltauer Rat an. In diesem Vierteljahrhundert wurden viele entscheidende Weichenstellungen für Soltaus Entwicklung vorgenommen. Und Bargmann war maßgeblich daran beteiligt: erst als langjähriger Vorsitzender des wichtigen Bauausschusses, dann - in seinen letzten fünf Ratsjahren - als Soltaus erster sozialdemokratischer Bürgermeister, damals noch ehrenamtlich. Als Bauausschussvorsitzender begleitete er jenen wichtigen Prozeß, der die Entwicklung eines neuen „Gesichts“ der Stadt mit Fußgängerzone festlegte. Hier arbeitete Bargmann eng mit dem damaligen Stadtdirektor Jürgen Fenner und dem Architekten Professor Dr. Wilhelm Worthmann zusammen.

Später dann, während seiner Zeit als Bürgermeister von 1991 bis 1996, gab es noch einmal eine große Herausforderung, die zu meistern für Soltau von größter Wichtigkeit war: In Zusammenarbeit vor allem mit dem damaligen Stadtdirektor Jürgen Fenner und dem späteren AWS-Geschäftsführer und Ersten Stadtrat, Wolfgang Cassebaum, ist es Bargmann mitzuverdanken, dass die ehemalige Kaserne (Reitschule) nach Abzug der Briten in ein Dienstleistungszentrum mit angrenzendem Wohnbaugebiet umgewandelt werden konnte und nicht zu einem zentralen Aufnahmelager für Asylbewerber wurde. In diesen Jahren begann der steile Aufstieg der Wirtschaft in Soltau.

Doch Wolfgang Bargmanns ehrenamtliches Engagement ging, wie gesagt, über die Kommunalpolitik hinaus: So übernahm der gebürtige Soltauer 1988 die ehrenamtliche Geschäftsführung der Freudenthal-Gesellschaft, die er bis 2000 innehatte. Darüber hinaus war er nicht nur Initiator, sondern auch federführend an der Erstellung der Radwander- und Wanderwegkarte „Die schönsten Touren, Lüneburger Heide, Soltau-Neuenkirchen-Schneverdingen“ beteiligt. Anläßlich der 600. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte veröffentlichte er den Dokumentationsband „Soltau 1388/1988“. Doch das sollte nicht die letzte Publikation bleiben: So folgte in den Jahren 2003, 2005 und 2009 die auf drei Bände angelegte Arbeit zur Historie der Böhmestadt unter dem Titel „Die Stadt Soltau in der niedersächsischen Geschichte“.

Für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement wurde Bargmann 2005 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

In Soltau kannte er sich aus wie kaum ein anderer, und der Böhme­stadt gehörte sein Herz. Noch mehr aber seiner Familie mit seiner Frau Christa, den vier Kindern, Enkeln und Urenkeln. Als der Heide-Kurier 2017 mit Christa und Wolfgang Bargmann anlässlich ihrer Gnadenhochzeit (70 Jahre) sprach, meinte er mit einem zufriedenen Blick zurück: „Wir haben viel Geschick gezeigt, aber auch viel Glück gehabt.“

Die Trauerfeier für Wolfgang Bargmann findet am Dienstag, dem 25. Februar, um 12 Uhr in der Kapelle des Soltauer Waldfriedhofes statt.

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