Vielfältiger Aufgabenbereich

Katja Voss aus Soltau ist neue Koordinatorin des Hospizdienstes Heidekreis Nord.

Vielfältiger Aufgabenbereich

Bereits seit ihrer Ausbildung zur Krankenschwester interessiert sich Katja Voss für das Hospizwesen. „In der Ausbildung hatte ich eine tolle Heranführung an das Thema durch eine Schwester, die das sehr liebevoll und empathisch gemacht hat“, so die 52jährige Soltauerin. „Zudem ist mein Vater früh verstorben. Auch das war ein Anlaß, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.“ Katja Voss ist seit dem 15. April dieses Jahres neue Koordinatorin des Hospizdienstes Heidekreis Nord.

Die gelernte Krankenschwester hat die Fachweiterbildung Palliative Care absolviert und in diesem Bereich einige Jahre gearbeitet. Bevor sie die Tätigkeit als Koordinatorin aufgenommen hat, war sie im Walsroder Krankenhaus auf der Palliativstation tätig. Nun freut sie sich auf eine neue Herausforderung. „Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig“, berichtet Voss. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen.

Katja Voss berät die Kranken sowie deren Angehörige und sucht aus dem Team der derzeit rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den- oder diejenige aus, der oder die am besten zu den jeweiligen Betroffenen paßt. „Wo gibt es Berühungspunkte - oder auch nicht? Wer paßt zu wem?“, so die Koordinatorin. In einem Erstgespräch werde zunächst ausgelotet, was sich die zu begleitenden Patienten wünschten. „Der Patient gibt uns vor, was wir zu tun haben“, unterstreicht Voss. „Nur weil die Kräfte schwinden, sollte niemand seine Persönlichkeit ablegen müssen“ - so lautet die Maxime des Ende Juni 2013 gegründeten freien und unabhängigen Hospizdienstes Heidekreis Nord. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten konfessionsübergreifend, unabhängig von Weltanschauungen und kostenfrei.

Als Koordinatorin berät Voss aber auch in Fragen rund um Schmerztherapie und Symptomkontrolle, Ernährung und Flüssigkeitsabgabe, lindernde pflegerische Maßnahmen sowie angsmachende, krankheitsbedingte Veränderungen - und das in enger Zusammenarbeit mit Pflegediensten, Ärzten, Pflegeeinrichtungen, Seelsorge, Apotheken und Saniätshäusern. Der Hospizdienst Heidekreis Nord sei Teil des Palliativnetzes Heidekreis.

„Mit diesem Netzwerk zur Versorgung von schwerkranken und sterbenden Menschen ist der Heidekreis sehr gut aufgestellt“, betont Voss und spricht in diesem Zusammenhang von einer „guten und wichtigen Zusammenarbeit.“ Sie kümmert sich in Soltau um die Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher sowie deren Schulung und Fortbildung. „Die Weiterbildung unserer Haupt- und Ehrenamtlichen läuft ständig - und auch ich selbst bilde mich stetig weiter“, so die Koordinatorin. „Ehrenamtliche sind stets gern gesehen. Dabei geht es nicht nur um das Begleiten. Auch für die Vereinsarbeit im allgemeinen ist jeder willkommen, zum Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit oder auch als Datenschutzbeauftragter“, erklärt die Böhmestädterin.

Der Schwerpunkt liege zwar auf dem Begleiten schwerkranker und sterbender Menschen, aber auch Vorsorge und Aufklärung seien Tätigkeitsschwerpunkte. Voss nennt hier die Projekte „Hospiz macht Schule“, eine Projektwoche zum Thema „Tod und Sterben“ an Grundschulen, sowie „Hospiz macht Schule weiter“, das sich an ältere Schüler richte. Ein solches Projekt habe es auch bei der Lebenshilfe Soltau gegeben. „Wir planen weitere Projekte, an denen wir derzeit aber noch arbeiten“, so Voss. Die Mutter von Drillingen und einer weiteren Tochter hofft, daß sich weitere Interessierte finden, die das Team des Hospizdienstes ergänzen möchten. Interessierte sowie auch Hilfesuchende können den Hospizdienst rund um die Uhr unter Ruf 0151-25612560 sowie per E-Mail an info@hospizdienst-heidekreis.de, Internet www.hospizdienst-heidekreis.de, erreichen. Räumlichkeiten stehen in der Bahnhofstraße 15 zur Verfügung. Dort befindet sich auch das Büro.

Katja Voss selbst ist froh darüber, sich mit dem Thema Tod und Sterben umfassend beschäftigt zu haben: „Für mich ist der Tod nichts Schreckliches. Wir alle müssen sterben, wir wissen nur nicht wann.“

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