Vorhofflimmern behandeln

Kryoballon wird jetzt auch am HKK Soltau eingesetzt

Vorhofflimmern behandeln

In den vergangenen Jahren hat sich zur Behandlung des Vorhofflimmerns (Herz) die sogenannte „Kryoablation“ durchgesetzt. Der neuartige, bei der Behandlung eingesetzte Kryoballon hilft nun auch Patienten im Heidekreis-Klinikum (HKK) Soltau.

Beim Vorhofflimmern handelt es sich um eine spezielle Art der Herzrhythmusstörung, die in den Vorkammern des Herzens entsteht. Die regelmäßigen Impulse des Sinusknotens, also des Taktgebers im Herzen, werden durch arrhythmische, elektrische Signale aus den Lungenvenen gestört. Das Herz und seine lebenswichtige Pumpfunktion geraten quasi aus dem Takt.

Falls eine medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, kann eine sogenannte „Ablation“ helfen. Neben der klassischen Radiofrequenz-Ablation (RF), bei der mit Hitze gearbeitet wird, hat sich in den vergangenen Jahren die „Kryoablation“ durchgesetzt. Die Behandlung mit dem sehr kalten Kryoballon ist deutlich schneller als die RF-Ablation und somit für Patienten auch erheblich schonender. „Daher ist die Kryoablation auch für ältere und schwer herzkranke Patienten geeignet“, erklärt Dr. Andrea Pomarino, Chefärztin der Kardiologie des HKK Soltau. Und weiter: „Allerdings kann der Kryoballon nur eingesetzt werden, wenn nicht vorher schon eine Ablation stattgefunden hat.“ Zudem muss für diese Behandlung ein spezielles Gerät, eine Kryokonsole, vorhanden sein.

Ein Kryoballon-Katheter wird durch die Leistenvene bis in den linken Vorhof geführt und an der Öffnung zur Lungenvene plaziert. Dort wird er aufgeblasen und mit einem gasförmigen Kühlmittel gefüllt. Das Gas kann bis zu -80 Grad Celsius kalt werden, und durch die Kälte bildet sich eine kreisförmige Narbe an der Wand der Lungenvene. „Diese Narbe fungiert wie eine Art Mauer. So können die Störsignale nicht mehr in den Vorhof des Herzens gelangen und es nicht mehr aus dem Takt bringen.“, so Pomarino.

Um diese Eingriffe durchführen zu können, bedarf es einiger intensiver Fortbildungen. Gemeinsam mit Peter Falk, Sektionsleiter Schrittmacher- und Devicetherapie am Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen (HGZ), hat Dr. Pomarino den ersten Kryoballon im HKK Soltau eingesetzt. „Das HGZ ist schon lange unser Kooperationspartner. Mit Herrn Falk hatte ich einen erfahrenen und komp etenten Kollegen an meiner Seite.“

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