Weniger Gewalt gegen Polizeibeamte

Die Zahl der Fälle, in denen im Heidekreis Polizeibeamte sowie Feuerwehrleute und Rettungskräfte gewaltsam angegangen worden sind, ist gesunken. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik auf.

Weniger Gewalt gegen Polizeibeamte

Gewalt gegen Polizeibeamte - das ist ein Thema, das bundesweit für Schlagzeilen sorgt. Polizisten im Dienst sehen sich immer wieder mit Tätern konfrontiert, die keinerlei Respekt zeigen, die Beamten beleidigen oder gar versuchen, sie mit Faustschlägen oder Tritten zu verletzen. Im Vergleich zum Jahr 2017 hat es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Heidekreis im vergangenen Jahr allerdings einen deutlichen Rückgang derartiger Vorfälle gegeben. Das erläuterten Stefan Sengel, Leiter der PI Heidekreis, sowie Karsten Lemke, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der PI Heidekreis, jüngst bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018 (HK berichtete).

Was Gewalt gegen Polizeibeamte angeht, so weist die Statistik von 2009 bis 2018 laut Sengel „erhebliche Schwankungen“ auf. „Das hat in der Regel damit zu tun, wie schnell wir mit welcher Masse vor Ort sind. Davon hängt es ab. Es ist schon etwas anderes, wenn man gleich mit zwei Fahrzeugen um die Kurve kommt“, so der PI-Leiter. Im Jahr 2017 hatte es 61 Fälle gegeben, in denen alkoholisierte Täter Polizeibeamte attackiert hatten. In weiteren 53 Fällen wurden Polizeibeamte von Tätern, die nicht unter Alkoholeinfluß standen, angegangen. Diese Zahlen sanken 2018 auf 37 beziehungsweise auf 29 Taten. Prozentual wurden indes mehr Straftaten unter Alkohol- und Drogeneinfluß begangen (65,67 Prozent) als 2017 (53,51 Prozent). „Meistens gibt es Theater auf dem Rückweg von Feiern, in Bereichen, in denen kein Securitypersonal präsent ist. Da rumpelt es dann“, berichtete Sengel. Es sei nur „schwer auszuhalten“, daß es Fälle gebe, in denen Täter diejenigen attackierten, die zum Helfen da seien. Schließlich seien neben Polizeibeamten auch Feuerwehrleute und Rettungssanitäter betroffen. Im vergangenen Jahr wurden in fünf Fällen Feuerwehrleute oder Rettungsdienstmitarbeiter angegriffen, im Jahr davor gab es neun solcher Fälle. „Hier ist jede Tat eine Tat zuviel“, betonte Lemke.

Einen Rückgang gab es auch im Bereich der Rohheitsdelikte. Hier ist die Zahl der Fälle von 2.004 im Jahr 2017 auf 1.775 gesunken, bei den Raubdelikten von 102 auf 64. Die Auflärungsquote bei Raubdelikten beträgt 68,75 Prozent, bei Körperverletzungen 92,51 Prozent. Die Zahl der Sachbeschädigungen ist ebenfalls leicht rückläufig, sank von 1.108 auf 1.049. Das Thema „häusliche Gewalt“ ist laut Lemke „mehr in das öffentliche Bewußtsein gerückt.“ Die Zahl der Taten, die hier unter Alkoholeinfluß begangen worden sind, nahm ab - von 132 auf 121. Die Zahl der nicht unter Alkoholeinfluß begangenen Taten ging von 340 auf 287 zurück.

Weniger Fälle gab es auch im Feld der Kinder- und Jugendkriminalität. Die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen sank von 718 auf 667, die Zahl der Fälle hier von 934 auf 799. Auch im Bereich der Betäubungsmitteldelikte verzeichnete die PI Heidekreis in der Statistik einen Rückgang. Das Zahlenwerk weist 587 Fälle von Besitz von Betäubungsmitteln auf (2017: 663) und 125 Fälle von Handel mit Betäubungsmitteln (2017: 203).

Leicht angestiegen, von 432 auf 440, ist die Zahl der Fahrraddiebstähle. Die Statistik weist hier ebenfalls Wellenbewegungen auf. „Wenn eine Gruppe unterwegs ist, die sich darauf spezialisiert hat, steigt natürlich die Zahl der Fälle“, so Lemke. Überwiegend schnappten sich Täter die klassischen „Drahtesel“, da Eigentümer von E-Bikes diese hochpreisigen Räder zumeist besonders gut sicherten, wegschlössen und bei Nichtgebrauch die Akkus von den Rädern entfernten: „Deshalb sind E-Bike-Diebstähle eher die Ausnahme.“

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