Mochten vor ein paar Tagen sonniges Spätsommerwetter und gut 20 Grad noch nicht wirklich zum bereits präsenten Weihnachtsgebäck im Supermarktregal passen, so lassen niedrige Temperaturen und buntes Laub jetzt keinen Zweifel mehr zu: Die kalte Jahreszeit beginnt – und beim ersten Lebkuchen mit warmem Kakao dürften bei vielen die Gedanken auch schon um die Adventszeit kreisen. Zeit also, über Weihnachtsgeschenke nachzudenken. Passend dazu ist die diesjährige Wunschbaum-Aktion der Stadt Soltau gestartet: Bei der mittlerweile elften Auflage sollen Kindern aus Familien, bei denen finanziell nicht viel Spielraum für Geschenke unterm Christbaum bleibt, wieder Herzenswünsche erfüllt werden. Die Initiatoren erklären, wie sich ab sofort Wünsche einreichen lassen und wie daraus dann bunte Geschenke zu Weihnachten werden.
Beim Treffen im alten Rathaus sind sich die Organisatoren der Reihe einig: Es sei schon etwas seltsam, „dass beim Einkaufen aktuell die Süßigkeiten für Halloween, aber auch das Gebäck für Weihnachten direkt nebeneinander liegen“, schmunzelt Erster Stadtrat Karsten Lemke. Er habe bereits die ersten Spekulatius probiert, „denn jetzt schmecken sie noch frisch“, so Lemke. Doch auch alle anderen aus der Gruppe – von der Stadt Soltau Bürgermeister Karsten Brockmann, Andreas Witt und Marion Kreutzer (Fachgruppenleiter und stellvertretende Fachgruppenleiterin Stadtmarketing, Tourismus und Kultur), Anita Rautenberg (Stadtjugendpflege),Diana Köpcke (Fachgruppenleitung Soziale Hilfen) und Cara Hellwinkel (Leitung Soltau-Touristik) sowie als ehrenamtliche Unterstützerin Silke Thorey-Elbers und Initiatorin Annette Vorwerk-Dörries – kommen mit dem Start der Aktion schon etwas in Weihnachtsstimmung. „Es geht nun einmal auf das Ende des Jahres zu, und das rundet unsere Wunschbaum-Aktion stets ab“, fasst Brockmann zusammen. Der Bürgermeister lobt zudem das gesamte Team: „Alles steht und fällt mit den Akteuren.“ Und die, ergänzt Thorey-Elbers, „spulen alles rund um den Soltauer Wunschbaum eben nicht einfach nur Jahr für Jahr ab, sondern sind immer mit viel ganz viel Herz dabei.“
So auch dieses Jahr, in dem sich der organisatorische Part nach dem bewährten Ablauf wie bisher gestaltet: Mitmachen dürfen beim Soltauer Wunschbaum Kinder und Jugendliche aus der Böhmestadt bis zu einem Alter von maximal zwölf Jahren. Gedacht ist die Aktion für den Nachwuchs aus Familien, die finanziell belastet sind – sei es durch ein geringes Einkommen oder durch einen Schicksalsschlag, der zu Engpässen geführt hat. „Dabei spielt es keine Rolle, ob Sozialleistungen bezogen werden. Die Wunschbaum-Aktion basiert auf Vertrauen, eine finanzielle Überprüfung findet nicht statt“, erläutert Rautenberg. Alle Wünsche werden übrigens anonymisiert, um Hemmschwellen abzubauen – „denn im Mittelpunkt stehen allein die Kinder“, so Rautenberg weiter.
Wer mitmachen möchte, kann jetzt Wunschzettel ausfüllen: Ab sofort liegen die entsprechenden Vorlagen an folgenden Orten aus: Rathaus, Soltau-Touristik, Soltauer Tafel, Felto-Filzwelt, Bibliothek Waldmühle und Jugendzentrum „YouZe“ Soltau. Zudem stehen die Wunschzettel digital auf www.soltau.de zum Download bereit.
Jedes Kind darf sich ein Sachgeschenk im Wert von maximal 30 Euro wünschen – allerdings: „keine Fahrräder“, betont Thorey-Elbers, „denn das hat in den vergangenen Jahren mehrfach zu Problemen geführt.“ Bei der Preisgrenze seien eben nur gebrauchte Räder im Rahmen, „doch das hat dann in der Vergangenheit oft nicht gepasst und auch nicht dem Wunsch nach einem neuen Fahrrad entsprochen.“
Bis zum 1. November können die ausgefüllten Wunschzettel im Soltauer Rathaus (Briefkasten) abgegeben werden. „Anschließend gehen wir die Liste mit Wünschen dann durch, klären bei möglichen Fragen gegebenenfalls noch Details“, erklärt Thorey-Elbers. Aus den Wunschzetteln entstehen dann (ebenfalls anonyme) Sterne, die ab dem 25. November vor dem Start des Soltauer Weihnachtsmarktes an den Tannenbaum in der Fußgängerzone gehängt werden. Der Baum steht wie gewohnt am Rondell in der Marktstraße.
„Wer einem Kind einen Wunsch erfüllen möchte, kann den entsprechenden Stern abnehmen, das darauf beschriebene Geschenk besorgen und dann bis zum 14. Dezember in der Soltau-Touristik abgeben“, so Rautenberg. Wichtig sei dabei: „Bitte den Stern am Geschenk befestigen, damit es richtig zugeordnet werden kann.“
Viele schenkten oft auch mehr als auf dem Wunschzettel vermerkt sei, freut sich Thorey-Elbers. „Oder sie legen den schön verpackten Geschenken noch kleine Goodies oder etwas zum Naschen bei“, fügt Rautenberg hinzu. Rund 250 Pakete seien Jahr für Jahr zusammengekommen, erläutert Thorey-Elbers, „in der Zeit, bevor wir die Altersgrenze für Kinder bis zwölf Jahre eingeführt haben, waren es sogar bis zu 400.“
„Bescherung“ ist in diesem Jahr dann am 17. Dezember: An diesem Tag werden die Geschenke von 11 bis 16 Uhr in der Galerie im Erdgeschoss des Soltauer City-Service-Centers an die Eltern übergeben.
Das Leuchten in den Kinderaugen, wenn kleine Herzenswünsche wahr werden – „das berührt mich immer noch und immer wieder“, freut sich Annette Vorwerk-Dörries. 2016 hatte sie die Aktion ins Leben gerufen, die sie seither gemeinsam mit der Stadt Soltau organisiert. „Und es macht mir auch nach nunmehr zehn Jahren noch viel Spaß“, strahlt die Initiatorin.