Auf die digitale Spur setzen

Ulrich Stock komplettiert Volksbank-Vorstand

Auf die digitale Spur setzen

Wechsel an der Spitze der Volksbank Lüneburger Heide: Nachdem Cord Hasselmann zum 31. Juli in den Ruhestand gegangen ist, hat Ulrich Stock als neues Mitglied den verbliebenen Vorstand mit Gerd-Ulrich Cohrs und Stefanie Salata zum 1. August gleich wieder komplettiert. Gemeinsam mit Cohrs und Regionaldirektor André Pannier stellte sich Stock am vergangenen Dienstag in Soltau vor. Im Führungsgremium wird der 39jährige für das sogenannte Omnikanalgeschäft und damit auch für die Filialen und das Dialogcenter zuständig sein.

Stock stammt aus Nordhessen und ging nach Aus- und Weiterbildung bei der Kasseler Bank zur VR-Bank Bamberg. Dort wurde er 2014 in den Vorstand berufen und übernahm Ende 2016 den Vorstandsvorsitz. Nachdem er die Ausschreibung der hiesigen Volksbank gelesen haben, habe er sich für den Norden entschieden, auch wenn es bisher keine Berührungspunkte mit der Heide gegeben habe: „Ich fand die Ausschreibung, die sich auch direkt auf das Omnikanalgeschäft bezog, spannend“, berichtet Stock. Das ging anderen wohl ähnlich, denn, so Cohrs, „wir hatten deutschlandweit eine gute Resonanzmit vielen Bewerbungen.“

Die Volksbank habe den klaren Anspruch, sich mit den Zukunftsanforderungen auseinanderzusetzen. Und dazu gehört das Ominikanalgeschäft. Jetzt und auch in der Zukunft sei für die Volksbank Lüneburger Heide die Regionalität ein wesentlicher Faktor. Diese Nähe zum Kunden, bei der Vertrauen eine sehr große Rolle spiele, mache sich zwar an der jeweiligen Filiale fest, so Stock: „Das Verhalten des Kunden ist dann allerdings doch anders: Er kommt nicht nur in die Filiale, sondern nutzt vor allem auch andere Kanäle wie etwa Online- oder Telefon-Banking.“ Im Zuge des Omnikanalgeschäftes gehe es nun darum, Barrieren zwischen diesen Kanälen zu beseitigen: „Ein Kunde kann sich beispielsweise zu Hause am Rechner mit Bankangelegengheiten befassen und dann am nächsten Tag zum Banker gehen, der nahtlos da weitermacht, wo der Kunde zu Hause aufgehört hat. Was wir filial haben, wollen wir also auch auf die Digitalspur bringen“, erläutert Stock.

Damit solle ein maximaler Grad an Individualität erreicht werden. Für das Personal werde hierbei die Kommunikationsfähigkeit immer wichtiger. Bis Ende 2023 wolle die Volksbank Lüneburger Heide ein volldigitales Banking zur Verfügung stellen. Hier solle es zunächst eine kleine Testversion geben, die dann ausgebaut und auf den Kunden zugeschnitten werde.

Konkrete Auswirkungen auf den Personalumfang werde es dadurch nicht geben. Aber generell, so räumt Stock ein, werde durch die Automatisierung in der Branche zukünftig nach und nach auch Personal, etwa durch Fluktuation, reduziert.

Durch das veränderte Kundenverhalten, so Cohrs, seien klassische Serviceleistungen im Schalterraum um 35 Prozent zurückgegangen: „Nur noch zehn Prozent der Überweisungen laufen über den Überweisungsträger aus Papier.“ Und weiter: „Wir wären jedoch schlecht beraten, wenn wir das ab schaffen würden. Und wir werden auch weiter mit Bargeld umgehen.“

Allerdings, so Cohrs, würden sich angesichts der Digitalisierung die Gewichte hin zu verstärkten Beratungsmöglichkeiten verschieben: „Hier wird der Bedarf ansteigen.“ So beispielsweise auf dem Immobiliensektor: Angesichts der unabsehbaren Niedrigzinsphase sei Baufinanzierung einer der Wachstumsmotoren. Die Volksbank Lüneburger Heide sei auf diesem Sektor aktiv, etwa in Neuenkirchen oder Bispingen: „Die Geschäftsmodelle der Banken erweitern sich: Sie beraten, wie Interessierte eine Wohnung finden, an Bauland kommen und ihr Haus finanzieren können, und sie kümmern sich dabei auch um andere Themen rund um die Immobilie, wie etwa um Versicherungen“, so Stock.

Für den neuen Vorstand, der sein Büro, wie auch Cohrs und Salata, am Volksbanksitz in Winsen hat, geht es in den kommenden Wochen erst einmal darum, möglichst viele Mitarbeiter, Kunden und Institutionen kennenzulernen.

In Soltau wiederum liegt der Fokus in naher Zukunft auf einem weiteren Schwerpunkt: Die Volksbank Lüneburger Heide plant hier einen umfänglichen Neubau am bisherigen Standort - eine neue Straße eingeschlossen (HK berichtete). Bis dahin ist es zwar noch einige Zeit hin, aber die Banker müssen dafür rechtzeitig umziehen. Weite Wege werden sie dabei allerdings nicht zu bewältigen haben - sie müssen nur „einmal nach schräg gegenüber“ in die aufgegebene Filiale der Kreissparkasse (KSK) Soltau, die auch die nötige Bank-Infrastruktur bietet: „Dieses Ausweichquartier haben wir zum 1. Juli angemietet. Der Umzug ist zum Jahresbeginn 2020 geplant“, weiß Pannier zu berichten. Gemeinsam mit der Stadt stünden jetzt noch Gespräche mit Behörden auf dem Programm.

Und Cohrs: „Wir hoffen, daß wir in diesem Jahr mit unserem Projekt zum Abschluß der Vorplanungen kommen. Es geht um schwierige Punkte wie FFH-Gebiet und Straßenverbreiterung. Und auch die Stadt will den Innenstadtbereich entwickeln. Die Vorbereitung hat viel Kraft gekostet, aber wir sind von der Wichtigkeit Soltaus als Standort überzeugt und wollen Präsenz zeigen.“ Cohrs rechnet damit, dass die ehemalige KSK-Filiale in der Poststraße die Volksbank für etwa zwei bis drei Jahre beherbergen wird.

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