„Wollen nächstes Jahr wieder Gas geben“

Trotz Corona positive Stimmung bei Jahreshauptversammlung der IHG

„Wollen nächstes Jahr wieder Gas geben“

Pandemie hin, vierte Corona-Welle her - es könnte alles noch viel schlimmer sein: „Solange wir hier kein Hochwasser haben, keinen Vulkanausbruch erleben und nicht im Schlafsack an der polnischen Grenze übernachten müssen“, zählte Hans-Jürgen Lange Beispiele für aktuelle Krisenherde auf, „solange übe ich mich in Demut.“ Es seien ohne Frage zwei schwierige Jahre gewesen, so der Vorsitzende der Soltauer Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) weiter, doch er blicke optimistisch in die Zukunft: „Seit Corona sind wir mit angezogener Handbremse unterwegs, doch nächstes Jahr wollen wir wieder Gas geben.“ Lange schaute auf der Jahreshauptversammlung der IHG vor allem nach vorn, aber auch zurück - und gab dabei einige Bespiele, was in den Pandemie-Jahren alles durchaus gut gelaufen sei. Positive Grundstimmung also beim Treffen am vergangenen Dienstag in der Felto-Filzwelt. Da wurde die (Wieder)Wahl des Vorstands fast zur Nebensache.

Sicher hat die Pandemie auch in den Reihen der Soltauer Gewerbetreibenden ihre Spuren hinterlassen, doch Jammern stand nicht auf der Tagesordnung. Und einen positiven Nebeneffekt von Lockdown und Kontaktbeschränkung wusste Uwe Petzolt zu nennen: „Es gab wenig Ausgaben für Aktivitäten bei der IHG“, so der Kassenwart. Dementsprechend werde die Interessengemeinschaft einen Überschuss mit ins kommende Jahr nehmen können. Die Summe solle dann für kommende Projekte genutzt werden, ergänzte Lange: „Denn wir haben 2022 viel vor, wollen durchstarten, unter anderem mit der Soltau-Card und damit verbundenen Aktionen“, meinte der Vorsitzende.

Das vor zwei Jahren komplett aktualisierte Bonus-Kundenkarten-System, das die IHG zusammen mit den Stadtwerken Soltau auf den Weg gebracht hat, werde bestens angenommen, freute sich Sascha Lühr. Der stellvertretende Vorsitzende nannte hierzu einige Zahlen: „Wir registrieren - trotz Corona - rund 1.200 Nutzungen jeden Monat, und zwar mit einem durchschnittlichen Umsatz von meist mehr als 100 Euro pro ‚Steckung‘. 2021 ist bis jetzt ein Gesamtumsatz von etwa 800.000 Euro verzeichnet - und das Weihnachtsgeschäft kommt erst noch.“ Die Anzahl der Akzeptanzstellen für die Soltau-Card sei mit knapp 30 Standorten konstant geblieben, so Lühr.

Der Hauptanteil, das seien nach wie vor klassische Händler, fügte Lange hinzu. „Bei diesen Geschäften ist die Abrechnung einfach einfacher. Doch wir wünschen uns für die Soltau-Card natürlich noch mehr Dienstleister und Handwerker, die sich anschließen. Das System ist für alle offen“, warb der Vorsitzende. Eine Fahrschule und ein Elektro-Installateur seien als neue Akzeptanzstellen dem Kreis vor kurzem beigetreten. Weitere Aktivitäten, die die Soltau-Card 2021 erfolgreich in den Fokus gerückt haben: „Das Konzert der Band ‚True Collins‘ auf dem Therme-Gelände mit rund 600 Besuchern, die Tresor-Aktion, bei der es dieses Jahr hochwertige Preise zu gewinnen gibt und der Tresor an den einzelnen Standorten länger verweilt, sowie der Soltau-Card-Adventkalender, der gerade sehr erfolgreich gestartet ist und reißenden Absatz findet“, zählte Lühr auf. Beim Adventskalender, bei dem hinter den Türchen „einmalig starke Sparcoupons“ warten (HK berichtete), sind die Stadtwerke wieder als Partner mit im Boot.

Am Ruder der IHG bleiben bekannte Größen - und die Vorstandswahlen gingen dabei schnell über die Bühne: Einstimmig wiedergewählt wurden Petzolt als Kassenwart, Lühr als zweiter Vorsitzender und Lange als Vorsitzender. Ein Amt, das er weiterhin gern übernehme, so Lange, und er vertrete zusammen mit seinen Vorstandskollegen auch in Zukunft die Interessen der IHG - „aber wir allein sind ja nicht die IHG. Das sind die Mitglieder.“ Und von denen wünsche er sich gern Ideen, Impulse und Anregungen.

Auch das fortwährende Hinterfragen der eigenen Arbeit sei nie verkehrt, gab der Vorsitzende den Mitgliedern mit auf den Weg: „Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich auf den eigenen Lorbeeren ausruhen und Eingefahrenes einfach fortführen konnte. Jeder sollte auf sein Handeln schauen, agil bleiben. Auch kleine Veränderungen können dabei etwas bewirken.“

Wie solche Veränderungen aussehen können, wie man sie erarbeitet und umsetzen kann, dazu stellte Kerstin Willenbockel einige Handlungsweisen in einem Impulsvortrag vor. Sie begleitet als „Agile Coach“ verschiedene Unternehmen bei anstehenden Projekten und Umstrukturierungen. Und dabei, so ihre Erfahrung, „ist es ein großer Vorteil, wenn kein externer Berater den Firmen mögliche Antworten ‚aufdrückt‘, sondern die Teams können oft viel besser selbst und aus dem eigenen Unternehmen heraus Lösungen erarbeiten und finden.“

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