Zinnfiguren des G. A. Röders

Heimatmuseum Soltau zeigt Sammlerobjekte in lebendigen Bildern

Zinnfiguren des G. A. Röders

Nach langer Pandemie-Pause ist das Soltauer Museum nun wieder geöffnet - und der Heimatbund startet den „Neuanfang“ mit einer lokalen Ausstellung zu den Zinnfiguren des Georg Andreas Röders. Zu sehen sind dabei im Heimatmuseum der Böhmestadt nicht nur die kleinen Figuren, sondern außerdem lassen große Exponate wie Pappaufsteller und Bilder die Besucher staunen.

„Fast zweihundert Jahre ist es her, dass der Soltauer Zinngießer Georg Andreas Röders am Königshof in Hannover eingeladen war, um alle Gäste zu zeichnen und anschließend in feiner Arbeit als Zinnfiguren herzustellen“, blickt Gerd Röders zurück auf die Geschichte seiner Familie und des Soltauer Traditionsunternehmens. „Solche Zinnfiguren dienten zu jener Zeit überwiegend als Spielzeug aber auch als Sammlerobjekt. Heute wissen wir nicht, wer die Personen waren, die sich dort versammelten, aber damals konnten diese sich bestimmt erkennen, denn ihre Gesichtszüge, ihre Kleidung und ihr Aussehen hatte Georg Andreas Röders bis ins kleinste Detail nachgestellt.“

Man kann solcher Feinheiten allerdings kaum erkennen an den kleinen Figuren, die aktuell im Museum Soltau ausgestellt werden - deswegen ist es ein Gewinn, dass der Soltauer Fotograf Jan-Hendrik Boer die Figuren in lebendigen Bildern vergrößert und zu leben erweckt hat: Im Zusammenspiel zwischen den echten Figuren und den Bildern entsteht eine Lebendigkeit und eine Spannung, die diese Ausstellung besonders machen. „Immerhin ist es erstaunlich, dass das ganze Ensemble die 200 Jahre überstanden hat“, so Röders.

Liebevoll gestaltet wurden die Räume, die um weitere Zinnfiguren aus dem Archiv der Firma G. A. Röders und Röders Tec ergänzt wurde, vom Ururenkel des Zinngießers, Gerd Röders und seinen Kindern: So spricht Maite Röders einen Text, den vor 170 Jahren ihre Vorfahrin geschrieben hat. Nora und Jakob Röders sowie Leslie Ahrens sprechen Texte zu den Schlossszenen. „Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet“: erklärt Röders: „Auf den neuen iPads, die der Lüneburger-Landschaftsverband gespendet hat, werden Hintergrundinformationen, Filme und Texte präsentiert. Auf großen Tafeln, die Regina Loftus und Bernd Schaumburg gestaltet haben, werden wichtige Informationen zum Zinngießen, der Firmengeschichte der Firma G. A. Röders und zu Georg Andreas Röders gegeben. Für Kinder gibt es ein kleines Suchspiel, und auch für größere Menschen soll es kleine interaktive Möglichkeiten geben.“

Der Heimatbund präsentiert diese kleine, aber feine Ausstellung bewusst als erste Ausstellung nach der Coronazeit, um nun das Museum wieder zu eröffnen „und den hoffentlich zahlreichen Besuchern etwas zu bieten.“ Nach Anmeldung sind auch Führungen möglich.

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