Zuviel Ärger für Pendler

SPD-Abgeordnete Klingbeil und Zinke im Gespräch mit Erixx-Vertretern

Zuviel Ärger für Pendler

Pendlerinnen und Pendler wissen ein trauriges, bisweilen auch zorniges Lied davon zu singen: Viel zu oft bleiben sie in den Landkreisen Rotenburg und Heidekreis „auf der Strecke“, weil die Züge Verspätung haben, etwa dann, wenn sie in Buchholz/Nordheide auf dem Weg nach Hamburg oder zurück in die Heide umsteigen müssen. Viele der Leidtragenden hatten sich deshalb an den hiesigen SPD-Bundestagsabgeordnten Lars Klingbeil und den SPD-Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke gewandt. Gemeinsam mit den beiden Soltauer SPD-Ratsherren Harald Garbers und Reiner Klatt haben Klingbeil und Zinke deshalb jetzt in Soltau ein Gespräch mit Dr. Lorenz Kasch und Torsten Frahm von der Erixx GmbH geführt.

„Viele Orte in unserer Heimatregion sind Pendlerorte“, betont Klingbeil, und Zinke ergänzt: „Wir brauchen daher gute Bedingungen für Pendlerinnen und Pendler.“. Der Bundestags- und der Landtagsabgeordnete wollten deshalb in Erfahrungen bringen, welche Gründe es für die Verspätungen gibt und wie der Nahverkehr für die Menschen in der Region ausgebaut und verbessert werden könnte. Im Kern ging es dann bei dem Treffen um drei zentrale Themen: Pünktlichkeit, Wagenkapazität und Informationen an die Passagiere.

Ein Grund für die Verspätungen ist die fehlende Infrastruktur auf der Strecke Buchholz in der Nordheide-Soltau-Hannover. Dort gibt es teilweise nur eingleisige Strecken. Bereits kleine Störungen führen so bei einer engen Taktung zu Verspätungen und teilweise sogar zu Zugausfällen. Bei dem Gespräch sei deutlich geworden, daß ein Ausbau einiger Streckenabschnitte hier Abhilfe schaffen könnte. Zudem tragen Störungen an der anfälligen Technik der Bahnübergänge, Weichen und teilweise veralteten Signaltechnik erheblich zu den Verspätungen bei.

Die knappe Wagenkapazität der aus dem Landespool für dieses Netz bereitstehenden Fahrzeuge ist ein weiteres Problem, auf das Kasch zu sprechen kam. Hinzu komme, daß zwei Fahrzeuge durch einen Unfall und ein weiteres durch mutwillige Zerstörung defekt seien. Mit einem mobilen Werkstatt-Team zur Behebung kleiner Schäden und der Anmietung zusätzlicher Fahrzeuge wolle das Eisenbahnverkehrsunternehmen die Situation verbessern.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen an, die Informationsweitergabe an die Fahrgäste zu verbessern. Bereits jetzt informiere Erixx die Passagiere über die aktuelle Betriebslage auf der Website, Facebook und Twitter, teilte das Unternehmen mit. Die aktuellen Wagenkapazitäten würden in der elektronischen Fahrplanauskunft tagesaktuell bekanntgegeben. Problematisch - und da waren sich alle Gesaprächspartner einig - sei allerdings die Information direkt am Bahnsteig. Hier baten Frahm und Kasch um Unterstützung, positiv auf den Eigentümer der Bahnhöfe, die „DB Station & Service“, einzuwirken. Dazu Kasch: „Alle Informationen liegen elektronisch vor, sie müssen nur am Bahnsteig angezeigt und weitergegeben werden.“

Klingbeil und Zinke machten deutlich, daß sie jederzeit ansprechbar seien: Mobilität werde immer bedeutsamer. Um weiterhin attraktiv für Familien und Zuzügler zu sein, müßten gute Voraussetzungen für Pendlerinnen und Pendler geschaffen werden.

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