Zuwachs an Soltauer „Museumskreuzung“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Heide-Artisten beziehen eigene Räumlichkeiten im neuen Kunsthaus

Zuwachs an Soltauer „Museumskreuzung“

Selbst wenn man das neue und das alte als zwei Gebäude zählt, sind die Rathäuser an der Soltauer Rathauskreuzung in der Unterzahl. Denn mit dem Heimatmuseum und den beiden Standorten des Spielmuseums sowie dem Buchdruckmuseum ist der große Knotenpunkt im Zentrum der Böhmestadt eigentlich die „Museumskreuzung“. Und die ist jetzt um einen Ausstellungsort reicher, macht den Bereich fast schon zum Museumsviertel: In der Kirchstraße 1 haben die Heide-Artisten ein neues Zuhause gefunden. Das frisch eröffnete Kunsthaus ist zunächst eine „Galerie auf Zeit“, in der es nach der Vernissage am 22. Januar nun Werke hiesiger kreativer Köpfe zu entdecken gibt. Aber in den ehemaligen Randstad-Geschäftsräumen können Besucherinnen und Besucher auch selbst künstlerisch aktiv werden.

Hinter den Heide-Artisten verbirgt sich eine vielseitige Künstlergruppe, zu der unter anderem Kirsten Baden-Blecks, Silvia Bartels, Jacek Brun, Stine Günther, Leo Heimann, Margret Kruse, Alexandra Grüneberg-Schau und Elke Ullmann sowie Ilse Elze und Annette Fitzen zählen. Gemeinsam wollen sie das Kunsthaus mit Leben füllen. Dazu gehören etwa die offenen Angebote „Kunstvoll entschleunigen“ mit Annette Fitzen immer montags von 18 bis 20 Uhr oder die „Malwerk­statt“ mit Margret Kruse mittwochs von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 18 Uhr (Anmeldungen hierzu sind unter der Telefonnummer 0176-43760730 möglich).

Verschiedene Workshops und Veranstaltungen stehen von Januar bis März auf dem Programm, beispielsweise am 31. Januar die Malwerkstatt für Kinder von sechs bis zehn Jahren mit Margret Kruse, und ab Februar einmal im Monat die Malwerkstatt für Jugendliche von zehn bis 14 Jahren. „Malen am Feierabend“ heißt das Angebot für Erwachsene, zu dem Margret Kruse für den 27. Februar und 20. März einlädt. Annelie Neveling und Silvia Bartels planen für den 28. Februar von 13 bis 17 Uhr eine Schreibwerkstatt für junge Talente, und jeden zweiten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr können Besucher Alexandra Grüneberg-Schau beim Live-Malen über die Schulter schauen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Aktivitäten der einzelnen Künstlerinnen und Künstler gibt es unter www.heideartist.de im Internet.

Das Kunsthaus ist also weit mehr als nur ein Ausstellungsort. Die Gruppe wolle am neuen Standort eben nicht nur präsentieren, sondern mit den zahlreichen Aktionen auch zur kreativen Mitarbeit einladen, erklärt Mallehrerin Kruse: „Wir möchten Kultur anbieten, Workshops und Veranstaltungen planen.“ Doch natürlich darf die Kunst hier auch – wie in einem Museum eben üblich – besichtigt werden: Jeden Samstag steht die Galerie von 10 bis 13 Uhr für Gäste offen. In den hellen Räumlichkeiten fällt der Blick auf farbenfrohe Malereien, ausdrucksstarke Fotografien und kleine Figuren auf Stelen. Werkbänke und Staffeleien verdeutlichen: Hier wird vor Ort aktiv gestaltet und gearbeitet.

Dass all das jetzt an diesem zentralen Platz möglich ist, darüber freuen sich die Heide-Artisten sehr. Erstmals gemeinsam hatten die Mitglieder der Initiative „HeideARTist“ ihre Werke vor knapp einem Jahr im Heimatmuseum zeigen können: Die Ausstellung „ARTenVielfalt“ zog zahlreiche Besucher an – und an diesen Erfolg möchten die Malerinnen, Schriftstellerinnen, Bildhauer, Musiker, Kalligrafie-, Schrift- und Grafikkünstlerinnen sowie eine Buchbinderin und ein Fotograf jetzt anknüpfen.

Für die Heide-Artisten, die sich durch ihren gemeinsamen Auftritt mehr Strahlkraft erhoffen, sei es ein wohlüberlegter Schritt hin zum Kunsthaus gewesen: Jede und jeder habe zunächst rechnen müssen, ob sie beziehungsweise er sich die Beteiligung leisten könne und wolle, betonen die Künstlerinnen und Künstler, die sich dennoch einig sind: „Das kann etwas richtig Gutes werden. Jeder trägt so viel bei, wie er Zeit findet. Darauf sind wir stolz“, fasst Gründerin Kruse zusammen, die zudem die Unterstützung durch die Vermieterin hervorhebt: „Wir sind eine Art kleine Genossenschaft und können die Räume zunächst bis zu einem Jahr nutzen.“

Bei einer Vernissage am 22. Januar (Beginn um 18 Uhr) wird Kunst zu sehen sein und Gelegenheit zum Austausch geboten. Unterschiedliche künstlerische Positionen treffen dabei auf einen offenen Ort, der Kunst nahbar macht und neue Perspektiven eröffnet, heißt es in der Einladung. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von der Jazzsängerin Anna Margolina und dem Pianisten Arseny Rykov.