„Corona reißt Haushaltsloch“

Tierheim Tiegen lädt ein für Sonntag, 11. Oktober

„Corona reißt Haushaltsloch“

Der Welttierschutztag am 4. Oktober geht zurück auf den Heiligen Franz von Assisi: Denn an diesem Datum im Jahr 1228 wurde der Schutzpatron der Tiere heiliggesprochen. Heute nutzen Tierschützer jährlich den Tag, um auf das von Menschen verursachte Leid der Tiere aufmerksam zu machen. Auch der Tierschutzverein für den Altkreis Soltau möchte das Thema ins Gedächtnis rufen - doch ebenso noch ein anderes: Denn Corona sorgt für finanzielle Sorgen im Tierheim Tiegen. Auch darüber möchte der Soltauer Tierschutzverein informieren, wenn die Aktiven für den 11. Oktober in die Einrichtung nach Tiegen einladen.

Die Corona-Krise habe ein erhebliches Loch in den Haushalt des Tierschutzvereins für den Altkreis Soltau gerissen, erklärt Rebekka Borchert. Damit stehe auch das Tierheim des Vereins vor massiven Problemen, so die Mitteilung der stellvertretenden Vorsitzenden. Sie weiß auch: Vielen Tierschutzvereinen und Tierheimen gehe es ähnlich. Deshalb hat auch der Deutsche Tierschutzbund als Dachverband den diesjährigen Welttierschutztag unter das Motto „Zusammen für Tierheime“ gestellt. Mit der Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ - online zu finden unter www.tierheime-helfen.de - wird über die wertvolle Arbeit der Tierheime und aktuell auch über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Tierheime informiert.

„Wir standen bereits vor der Corona-Krise finanziell nicht besonders gut da und sind für unsere Arbeit für die Tiere immer auf die Hilfe tierlieber Menschen angewiesen. Jetzt sind die Probleme massiv, die Einnahmen sind rückläufig“, so Borchert. „Weil während der Corona-Zeit viele Tiere beim Züchter, im Handel oder über das Internet unüberlegt angeschafft wurden, befürchten wir auch, dass über kurz oder lang einige dieser Tiere im Tierheim landen könnten, wenn sie ihren Besitzern lästig werden.“ Den Haustierboom habe auch das Tierheim Tiegen zu spüren bekommen, erläutert stellvertretende Vorsitzende. Anfragen habe es viele gegeben, doch nicht alle seien gut durchdacht gewesen: „Wir prüfen natürlich immer, ob ein Interessent tatsächlich das passende ‚Zuhause-für-immer‘ bieten kann“, erklärt Borchert. Die Vermittlungsrate sei daher weitgehend konstant geblieben. Eingebrochen dagegen seien fest im Jahresfinanzplan eingerechnete Erlöse aus Veranstaltungen und die dadurch erhöhten Spendeneinnahmen. „Die Lage im Ganzen ist besorgniserregend. Da wir keinerlei kommunale Unterstützung bekommen, müssen wir sehen, wie sich die finanzielle Situation in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt und darauf hoffen, dass viele Tierfreunde weiter bereit sind, den Tieren zu helfen.“

Eine Chance dazu bekommen Tierfreunde und natürlich auch alle anderen Interessierten am 11. Oktober: Das Einrichtung in Tiegen nimmt am Soltauer Bauerntag teil. Von 11 bis 17 Uhr freut sich das Tierheim-Team auf zahlreiche Besucher. „Für das leibliche Wohl wird unter Beachtung der geltenden Hygienevorschriften gesorgt. Festgelegte Laufwege und Abstandshalter sorgen für die nötige Distanz. Die vierbeinigen Bewohner hoffen zudem, dass vielleicht genau der eine Mensch oder die passende Familie vorbeikommt, die ihnen ein neues Zuhause bieten können“, lädt Borchert ein.

Aktuell beherbergt das Tierheim vier Hunde und etwa 20 Katzen. Einer der Bewohner ist der fünf Jahre alte „Joschi“: „Seit Juli 2020 wartet der hübsche, kastrierte Mischlingsrüde auf eine hundeerfahrene Familie die ihm Sicherheit geben und die Zeit und Lust haben sich ausreichend mit ihm zu beschäftigen“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende. In seinem bisherigen Leben hat „Joschi“ noch nicht allzu viel kennengelernt und er ist daher bei ihm unbekannten Situationen und fremden Menschen schnell überfordert und unsicher. „Bei uns zeigt sich ‚Joschi‘ freundlich, er sucht die menschliche Nähe und genießt Streicheleinheiten. Kommandos wie ‚Sitz‘ und ‚Platz‘ sind ihm durchaus ein Begriff, bei der zuverlässigen und anhaltenden Umsetzung ist jedoch noch ‚Luft nach oben‘ - wir empfehlen daher den Besuch einer Hundeschule. ‚Joschi‘ liebt ausgedehnte Spaziergänge, gerne mit einem Abstecher zum Wasser. Mit anderen Hunden kommt er nach unserer bisherigen Erfahrung gut zurecht - Hündinnen bevorzugt“, so Borchert.

Sie stellt außerdem noch einen Kater vor, die nicht allein in ein neues Zuhause einziehen möchte: „Caspar“ steht hier stellvertretend für die zur Vermittlung stehenden Samtpfoten, die noch passende „Dosenöffner“ suchen. „Den 2019 geborenen, weißen Kater mit der schwarzen Kopfzeichnung und schwarzem Schwanz haben wir zusammen mit sieben anderen Samtpfoten vom Tierschutzverein Rheiderland übernommen. Fremden Menschen gegenüber ist er zunächst etwas reserviert. Mit Leckerlies ist er jedoch gut aus der Reserve zu locken. ‚Caspar‘ möchte am liebsten zusammen mit einem seinem Kumpel ‚Jacko‘ vermittelt werden. Die beiden haben sich bei uns angefreundet und der eine ist immer in der Nähe das anderen. Zu zweit wäre auch eine reine Wohnungshaltung möglich, aber sicherlich würden sich die Beiden nach entsprechender Eingewöhnungszeit auch über Freigang freuen“, so die stellvertretende Vorsitzende.

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