Ärger um Futterspendenbox

Munsteraner Markt schiebt Spendenbox für das Tierheim Tiegen „ins Abseits“ / Vorstand des Tierschutzvereins für den Altkreis Soltau ärgert sich über den versteckten Aufstellplatz und fragt: „Passt Tierschutz nicht in das Konzept des Supermarkts?“

Ärger um Futterspendenbox

Sie stehen im nördlichen Heidekreis in mehreren Supermärkten, und dort meist an auffälligen Plätzen in den Eingangsbereichen: die Futterspendenboxen des Tierheims Tiegen. Das betreibt der Tierschutzverein für den Altkreis Soltau - „und der lebt nun einmal von Spenden“, erklärt Heidi Schörken. Daher ist die erste Vorsitzende auch enttäuscht, dass in Munster eine der Boxen jetzt einen „Strafplatz“ bekommen hat. Michael Grage versuchte als stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins, den Betreiber des Marktes umzustimmen - doch ohne Erfolg.

Die Einrichtung des Tierschutzvereins in Tiegen sei zur Zeit mit rund 20 Katzen und fünf Hunden gut belegt, so Schörken. Und alle Vierbeiner wollen versorgt werden: Natürlich kaufe der Verein auch Futter, „aber ein erheblicher Anteil des gesamten Bedarfs kommt aus den aufgestellten Boxen“, so die erste Vorsitzende. Und in eine davon warfen Tierfreunde bisher besonders viele Dosen und Packungen mit Tiernahrung oder sie steckten Geld in die zur Box gehörende Spendenbüchse: nämlich die Futterspendenbox bei Edeka Lüchow in Munster. „Dort habe ich die (volle) Box einmal pro Monat ausgeleert“, so Grage.

Doch das war am früheren Standort des Geschäftes, das kürzlich in einen Neubau auf die gegenüberliegende Straßenseite umgezogen ist (HK berichtete). „Im alten Markt hatten Box und Gelddose einen tollen Platz an einer Säule direkt im Foyer. Dann zog die Futterspendenbox mit um in das neue Gebäude, wurde dort erst in einer etwas unscheinbaren Ecke aufgestellt, um dann rund vier Wochen nach der Eröffnung ‚ins Abseits‘ abgeschoben zu werden“, ärgert sich Grage. Jetzt ist die Box außerhalb des Marktes zu finden - oder eben nicht, denn sie steht in einem vergitterten Bereich für Saisonware wie Grillkohle oder Blumenerde. Ein Abstellplatz, der nicht nur äußerst „unglücklich“ sei, sondern auch noch die Gefahr berge, so der stellvertretende Vorsitzende, „dass sich jemand an der Gelddose zu schaffen macht.“ Die sei zwar angekettet, der Platz außerhalb des Hauses aber eben auch schlecht einzusehen.

Grage hakte nach, zuerst beim Team des Marktes, dann beim Betreiber selbst, ob es denn der Standort „die Box in der Box“ seien müsse: „Ein Platz wie zuvor im Eingangsbereich ‚passe nicht mehr ins Konzept‘ hieß es. Passt Tierschutz also nicht in das Konzept des Marktes?“, fragt der zweite Vorsitzende.

„Ich bin keineswegs gegen Tierschutz“, erklärt Heinrich Lüchow auf HK-Nachfrage, aber er möchte nach dem Umzug in den Neubau „eine klare Kante fahren“, so der Betreiber von Edeka Lüchow in Munster und Amelinghausen. „Ich kann den Ärger darüber verstehen, aber wir wollen jetzt für beide Märkte eine einheitliche Linie. Und vor diesem Hintergrund haben wir mit der Eröffnung der neuen Räumlichkeiten in Munster einen ‚Cut‘ gemacht.“ Dieser Schnitt, so Lüchow, solle das Tierheim und den Tierschutzverein Soltau nicht ausgrenzen: „Vielmehr ist es ein Problem für uns, wenn wir einer Organisation die Aufstellung einer solchen Box im Eingangsbereich gestatteten, einer anderen Einrichtung nicht, die dann das Nachsehen hätte.“ Somit habe man sich schließlich für den Platz im „Außenkäfig“ entschieden.

Doch die Futterspendenbox des Tierheims „hinter Gittern“? „Das möchten wir nicht“, so Schörken. „Und der Standort da draußen - das geht einfach nicht mit der Gelddose“, fügt Grage hinzu. Beim Gespräch mit Lüchow sei ihm schließlich nahegelegt worden, „dann halt doch lieber alles vom Munsteraner Markt abzuholen“, schildert der stellvertretende Vorsitzende das Telefonat. „Da blieb mir die Spucke weg, als er mir das erzählt hat“, ärgert sich auch Schörken. Sie hofft noch auf eine Lösung, aber: „Sollte das nicht klappen, müssen wir wohl einen anderen Standort für die Futterspendenbox finden. Das ist sehr schade. Doch vielleicht hat ja ein anderer Markt Interesse - und dazu noch einen guten, nicht so versteckten Platz dafür frei.“

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