Geweihter Hirtenstab erreicht den Schafstall auf Hof Tütsberg | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Gesegneter Auftakt für das „Jahr der Hirten und Weidelandschaften“ in der Heide

Geweihter Hirtenstab erreicht den Schafstall auf Hof Tütsberg

Unter dem Dach der UNO wird weltweit 2026 das „Jahr der Hirten und Weidelandschaften“ begangen. Vor einigen Jahren hatte die Mongolei den Antrag gestellt, ein Themenjahr durchzuführen in dem auf die globale Bedeutung von Hirten für die regionale Wirtschaft und den Erhalt historischer Kulturlandschaften hingewiesen werden soll. In Deutschland wird es 2026 viele Aktionen geben, mit den sowohl Wander- und Hüteschäfer als auch Almhirten auf ihre Arbeit und die vielen Herausforderungen hinweisen. Auch im 21. Jahrhundert sind inmitten des dichtbesiedelten Deutschlands noch hauptberufliche Schäferinnen und Schäfer täglich mit Schafherden und Hütehunden unterwegs. Der gesegneter Auftakt für das „Jahr der Hirten und Weidelandschaften“ startete in Heidekreis auf dem Hof Tütsberg, wo Vertreter der VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide jetzt einen geweihten Hirtenstab am Schafstall auf dem VNP-Landschaftspflegehof entgegennehmen durften.

„Aktuell planen mehrere Organisationen einen Hirtenzug durch Deutschland in dessen Rahmen Schäferinnen und Schäfer jeweils den Hirtenstab in Empfang nehmen und weiter reichen“, erklärt der VNP (Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide) in seiner Mitteilung. Der Hirtenstab sei nach wie vor ein wichtiges Alltagswerkzeug von Schäfern: „Mit dem Hirtenstab kann der Schäfer den Schafen und den Hütehunden Kommandos geben, ähnlich wie ein Dirigent, der einen Taktstock schwingt. Oft haben Hirtenstäbe am unteren Ende eine kleine Schaufel mit einem Haken. Die Schaufel wird genutzt, um Unkräuter auszustechen oder etwas Erde aufzunehmen und als Richtungsweiser zu den Schafen zu werfen.“

Das „Instrument“ des Schäfers habe laut VNP aber noch weitere Funktionen: „Der Haken am Hirtenstab dient dazu, Schafe an den Hinterbeinen zu fangen. Am oberen Ende hat der Hirtenstab eine Verdickung oder eine Astgabel.“ So dient der Hirtenstab als Stütze und als „Ruhepol“, wenn der Schäfer mit seinen Hunden die Schafherde an einen sicheren Weidegrund gehütet hat und dann entspannt die Lage im Blick behalten kann.

Zum Auftakt des Hirtenzuges wurde im Januar 2026 auf der Grünen Woche in Berlin ein Hirtenstab geweiht. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes unter dem Motto „Der Herr ist mein Hirte“ stand der Hirtenstab dort im Vordergrund. Nach der Segnung des Hirtenstabes wurde der Stab an den Hauptinitiator des Hirtenzuges, den Brandenburger Schäfer Knut Kucnik feierlich überreicht.

Von Berlin und Brandenburg aus wird der Hirtenstab nun im Jahr 2026 an vielen Stationen halt machen, an denen Schäferinnen und Schäfer aktiv unter dem diesjährigen Motto „Wir pflegen die Landschaft, die Sie lieben!“ arbeiten. Eine der ersten Stationen des Hirtenzuges war nun Ende Februar auf dem Landschaftspflegehof Tütsberg der VNP-Stiftung Naturschutzpark.

Auf Hof Tütsberg fand auch die Jahreshauptversammlung der „Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen“ (GEH) statt. „Die GEH unterstützt die Arbeit der Schäferinnen und Schäfer in diesem Jahr ganz besonders in dem sie Heidschnucken und Hütehunde zu den gefährdeten Nutztierrassen des Jahres ernannt hat“, so der VNP.

Bei einem Besuch der Heidschnuckenherde von VNP-Schäfer Uwe Storm wurde der Hirtenstab an die GEH weitergereicht. Vertreter der VNP-Stiftung Naturschutzpark und des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter (VLH) gratulierten der GEH zur Wahl der Heidschnucken und Hütehunde und wünschten der gemeinsamen Arbeit weiterhin viel Segen und gutes Gelingen.