„Das wird ein Nachspiel haben“

Nach Explosion in Unterlüß: Mahn-Kundgebung vor dem Rheinmetall-Gelände

„Das wird ein Nachspiel haben“

Aufgrund der Explosion auf dem Gelände des Unternehmens Rheinmetall in Unterlüß (HK berichtete) trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der „Friedensaktion Lüneburger Heide“ am vergangenen Sonntag, dem 14. November, vor dem Firmengelände in Unterlüß zur Mahn-Kundgebung. Im Mittelpunkt standen die Fragen nach der Gefährlichkeit der Kampfstoffe und ob darunter auch chemische und radioaktive Stoffe sind. Bei der Veranstaltung, an der vor allem Gewerkschaftsfunktionäre aus fünf umliegenden Landkreisen teilnahmen, wiesen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf „den Widerspruch zwischen Aufrüstung, Profiten aus Kriegsgerätexport und dem desolaten Gesundheitswesen“ hin.

Bereits vor Beginn der Protestaktion beschwerten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung, da ihnen Rheinmetall mit weiträumigen Absperrgittern „die von der Versammlungsbehörde des Landkreises bestätigte Nutzung des öffentlich zugänglichen Raumes vor dem Hauptgebäude“ verwehrt habe. „Das wird ein Nachspiel haben“, kündigte Mitveranstalter Hans-Dietrich Springhorn an.

In Anspielung auf die Explosion kritisierte DGB- und Verdi-Funktionär Heinz-Dieter „Charly“ Braun, dass unter dem „RRuummssen“ der Rheinmetallprodukte „ganze Städte zusammenbrechen und Ernten vernichtet werden.“ Er prangerte an, das die „mit Kriegsgerät Ermordeten nicht gezählt werden.“ Genau gezählt werde jedoch der Profit, „jeder RRuummss ein Treffer an der Börse.“ Dass Rheinmetall auch Nützliches herstellen könne, hätten die profitable Automobilsparte und die zivilen Produkte der Nachkriegsjahre gezeigt.

In weiteren Reden forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mahn-Kundgebung, dass „die hochqualifizierten Rheinmetaller“ heute Hightech-Geräte fürs Gesundheitswesen und erneuerbare Energien produzieren könnten. Vorbild seien die Forderungen von Verdi-Bundeskongress und DGB-Konferenzen nach einer „sozialen, ökologischen und nicht militärischen Wirtschaftsstruktur für Europas größten Truppenübungsplatz zwischen Bergen und Bad Fallingbostel.“

Hans-Dietrich Springhorn kritisierte, dass sich die Behörden mit der Rheinmetall-Aussage „Wir sind kooperativ, ermitteln selbst, können aber noch nichts genaues sagen“ zufrieden geben. Dazu Springhorn: „Wenn dieser große Rüstungsbetrieb nicht auf Knopfdruck und auf ein Milligramm genau sagen kann, was und wie viel in dem Bunker gelagert war, muss diese Rüstungsbude sofort dicht gemacht werden.“ Es gebe verbindliche gesetzliche Vorgaben. Springhorn weiter: „Jeder kleiner Kiosk, jede Apotheke bekommt Theater, wenn nicht mit großer Sorgfalt dokumentiert wird, wo, wie und wie viel gefährliche Dinge gelagert werden.“

Beendet wurde die Versammlung mit Bertolt Brechts „Lied gegen den Krieg“.

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