Genauere Erkenntnisse über das Grundwasser zwischen Walsrode und Nienburg/Weser will das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ab kommenden Montag durch Befliegungen gewinnen. Vom 16. bis voraussichtlich 25. Februar wird dabei ein Hubschrauber mit einer großen Antenne in einem Bereich zwischen der Bundesautobahn 27 bei Walsrode und der Bundesstraße 214 zwischen Nienburg/Weser und Rodewald unterwegs sein.
Bei diesen geophysikalischen Messungen wollen die Experten im LBEG im Rahmen der hydrogeologischen Landesaufnahme herausfinden, wie genau die Grundwasserleiter aufgebaut sind, in welchen Horizonten sie sich befinden und welche Bereiche versalzen sind. Dafür schleppt der Hubschrauber eine Antenne in circa 30 Meter Höhe über die Geländeoberfläche. Mit dieser Antenne wird im sogenannten „SkyTEM“-Verfahren die Verteilung der spezifischen elektrischen Widerstände im Untergrund bis in eine Tiefe von etwa 300 Meter aufgezeichnet. Dabei wird während der Messungen ein primäres Magnetfeld erzeugt. Das schnelle Abschalten des Stroms, der als Anregung des primären Magnetfeldes im Transmitter fließt, bewirkt das Zusammenbrechen des Magnetfeldes, welches wiederum Wirbelströme im leitfähigen Untergrund erzeugt. Die Wirbelströme induzieren ein sekundäres Magnetfeld im Untergrund, das mit einer Induktionsspule gemessen wird und Informationen über die Leitfähigkeit des Untergrundes enthält. „Von den gemessenen Widerständen können wir die geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse im Untergrund ableiten. So deuten hohe Widerstände auf Sand oder Kies und niedrige auf Ton oder Salzwasser hin“, erklärt LBEG-Hydrogeologe Nico Deus.
Auf Mensch und Umwelt hätten die schwachen Magnetfelder keinen Einfluss. Der Hubschrauber fliege auf in Ost-West-Richtung verlaufenden Fluglinien, die im Durchschnitt einen Abstand von 300 Metern und insgesamt eine Länge von 1.000 Kilometern hätten. Die Maßnahme sei mit allen weiteren beteiligten Behörden abgestimmt.
Im Anschluss werden die geophysikalischen Daten zur Erstellung eines geologischen Untergrundmodells genutzt, auf dessen Basis die Grundwasserversalzungsbereiche, speziell in den eiszeitlich angelegten Rinnenstrukturen, dargestellt werden können. Diese Informationen sind wichtige Eingangsdaten bei der Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten und spielen für die Dimensionierung und den Ausbau von geothermischen Bohrungen eine große Rolle.