Discothek „Studio 78“ bis auf die Grundmauern niedergebrannt: Feuerwehr macht per Drohne Bilder aus der Luft

Polizei: „Schaden bewegt sich nach ersten Erkenntnissen im unteren einstelligen Millionenbereich“

Discothek „Studio 78“ bis auf die Grundmauern niedergebrannt: Feuerwehr macht per Drohne Bilder aus der Luft

In der Nacht zum heutigen Donnerstag brach gegen 2.30 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache Feuer der Walsroder Diskothek „Studio 78“ an der Wernher-von-Braun-Straße aus. „Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder“, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Heidekreis. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus, um die Flammen zu bekämpfen und appellierte an die Bürgerinnen und Bürger im Bereich Walsrode, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

„Personen wurden nicht verletzt. Der Schaden bewegt sich nach ersten Erkenntnissen im unteren einstelligen Millionenbereich“, so ein Sprecher der Polizei. Weitere Erkenntnisse gebe es derzeit nicht. Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion Heidekreis habe die Ermittlungen aufgenommen.

Die Feuerwehr lieferte zu ihrem Bericht noch zahlreiche Bilder vom nächtlichen Einsatz - einige davon aufgenommen per Drohne aus der Vogelperspektive. Die Bilanz der Brandbekämpfer nach den Löscharbeiten: „Bei einem verheerenden Großbrand ist eine Diskothek in der Walsroder Wernher-von-Braun-Straße vollständig niedergebrannt“, so Thomas Klamet. Der Pressesprecher Kreisfeuerwehr Heidekreis fasst die Ereignisse aus der Sicht der Einsatzkräfte zusammen: „Das Feuer wurde am 21. April um 2.36 Uhr von einem vorbeikommenden Zeitungsboten entdeckt, welcher umgehend den Notruf wählte. Daraufhin wurden die Freiwilligen Feuerwehren Walsrode und Honerdingen mit dem Alarmstichwort ‚F2 Mittelbrand – Brennt Gebäude‘ alarmiert. Bereits wenig später wurde nach weiteren Notrufen und der ersten Rückmeldung der Einsatzkräfte vor Ort das Alarmstichwort ‚F4 Großbrand‘ ausgerufen.“

Damit verbunden wurden die Freiwilligen Feuerwehren Benzen, Düshorn, Bad Fallingbostel sowie die Drohnengruppe der Kreisfeuerwehr, die Hygienekomponente der Feuerwehr Bomlitz sowie der Abrollbehälter Atemschutz/Strahlenschutz zur Einsatzstelle alarmiert. Anwohner wurden über die Warn-Apps aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu Halten.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte, stand das Gebäude bereits vollständig in fast der gesamten Länge in Flammen. Zur Brandbekämpfung wurden in Spitzenzeiten neun handgeführte Strahlrohre und drei Wenderohre von den Hubrettungsfahrzeugen aus Walsrode, Bad Fallingbostel und Mellendorf (Region Hannover) eingesetzt. Um diesen immensen Wasserbedarf zu decken, wurde der Fachzug Wasserförderung alarmiert, der mit Hilfe eines Schlauchwagens eine Leitung zu weiter entfernt gelegenen Hydranten herstellte.

Um dem großen Bedarf an Atemschutzgeräteträgern gerecht zu werden, wurde zusätzlich der Fachzug Atemschutz/Strahlenschutz der Kreisfeuerwehrbereitschaft Umwelt angefordert. „Die Löschmaßnahmen gestalteten sich schwierig, da das Objekt bereits sehr früh als einsturzgefährdet eingestuft werden musste. Daher war ein Löschangriff nur von außen und über die Hubrettungsfahrzeuge möglich“, so Klamet.

Und weiter: „Wertvolle Dienste für den Einsatzleiter lieferten dabei die (Wärme-)Bilder aus der Luft, welche von den Piloten der Drohnengruppe der Kreisfeuerwehr zur Verfügung gestellt wurden. Damit ließen sich Glutnester gezielt lokalisieren. Damit hat die Drohnengruppe ihren ersten Einsatz seit der offiziellen Indienststellung sehr gut gemeistert.“

Als Bereitstellungsraum diente der Parkplatz eines nahegelegenen Supermarktes. Hier wurde durch die Einsatzkräfte des Arbeiter Samariter Bundes eine Verpflegungsstelle aufgebaut. Des Weiteren befanden sich hier die Atemschutzsammelstelle und die abschließenden Elemente der Einsatzstellenhygiene, so dass die Bekleidung der eingesetzten Atemschutzgeräteträger gleich einer fachgerechten Reinigung zugeführt werden konnten. Ein RTW der Johanniter Aller-Leine stand zur Absicherung der Einsatzkräfte bereit.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Mittagsstunden hin. Daher wurden Kräfte welche bereits von Anfang im Einsatz waren, durch frische Einsatzkräfte der Feuerwehren Bommelsen, Idsingen-Sieverdingen, Südkampen und Krelingen ausgetauscht. Da für die Nachlöscharbeiten Teile des verbliebenen Daches und der Wandkonstruktion abgetragen werden mussten, kam ein Bagger eines örtlichen Recyclingunternehmens zum Einsatz. „Insgesamt kämpften knapp 220 Einsatzkräfte über fast zwölf Stunden gegen die Flammen“, so Klamet.

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