Heidekreis-Klinikum ist Corona-Testzentrum

Entsprechende Räume sind am Standort Walsrode eingerichtet worden

Heidekreis-Klinikum ist Corona-Testzentrum

Das Heidekreis-Klinikum (HKK) richtet am Standort Walsrode ein Corona-Testzentrum ein, das bereits am 11. März seine Arbeit aufnimmt. Näheres dazu hat das HKK am heutigen Dienstag in einer Pressemitteilung erläutert.

Die Fälle von Coronavirus-Infektionen - SARS-CoV-2, so der Name des Virus oder auch COVID-19, so heißt die Krankheit - in Deutschland nehmen momentan zu. Laut Robert Koch-Institut sind die meisten Infektionen mittlerweile auf Ansteckung innerhalb Deutschlands zurückzuführen.

Die niedersächsische Landesregierung hat am 2. März gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen beschlossen, regionale Corona-Testzentren einzurichten. Hier sollen Proben von Erkrankten genommen werden, bei denen der Verdacht besteht, dass sie sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt haben: „Auf Anfrage und in enger Absprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen richtet das Heidekreis-Klinikum am Standort Walsrode auf einer stillgelegten, zur Renovierung vorgesehen und von außen guterreichbaren Station jetzt das regionale Corona-Testzentrum für den gesamten Landkreis Heidekreis ein“, heißt es in der Mitteilung.

Ab Mittwochvormittag, 11. März, werden im Corona-Testzentrum montags bis freitags bei Patienten, die der Hausarzt als begründeten Verdachtsfall auf eine Covid-19-Erkrankung eingestuft hat, Abstriche aus Mund und Nase genommen und zur Untersuchung in ein qualifiziertes Labor gegeben. An Wochenenden, abends und an Feiertagen sollten sich Personen, die in Sorge sind, erkrankt zu sein, an den Ärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116 117 wenden.

Grundsätzlich können nur Patienten, die von ihrem Hausarzt direkt angemeldet worden sind, auch in das Testzentrum kommen. Der Hausarzt, der zuvor verschiedene Angaben telefonisch abgefragt hat, übermittelt den Verdachtsfall an das Gesundheitsamt beziehunsgweise an das Testzentrum und ist weiterhin Ansprechpartner für die Behandlung.

Dr. Achim Rogge, Geschäftsführer des HKK: „Für uns steht der maximale Schutz unserer Patienten und auch unserer Mitarbeiter an höchster Stelle. Deshalb ist es uns wichtig, dass Patienten, die auf COVID-19 getestet werden sollen, nicht in unserem Krankenhaus ‚unterwegs‘ sind. Wir lassen die Testung auf einer aktuell nicht genutzten Station durchführen, die durch einen separaten Eingang betreten wird, so dass die Untersuchungen völlig getrennt vom übrigen klinischen Betrieb ablaufen können. Auch ein Zugang für gehandicapte Menschen ist vorhanden.“

Und weiter: „Wir werden Wegweiser aufhängen. Zudem bekommen über die Kassenärztliche Vereinigung alle Hausärzte des Heidekreises ein PDF mit einer Wegbeschreibung zum Eingang des Testzentrums von uns, das sie den Patienten, die sie ins Testzentrum schicken, mitgeben können.“ Das Heidekreis-Klinikum weist ausdrücklich darauf hin, dass das Corona-Testzentrum ausschließlich über die beschilderten, separaten Seiteneingänge betreten werden kann; die anderen Zugänge sind gesperrt.

Die HKK-Leitung betont, dass Menschen, die mit Verdacht auf COVID-19 ins Krankenhaus kommen, nicht in den „normalen“ stationären Betrieb aufgenommen werden: „Ein Patient, der ins Testzentrum geht, kommt also nur mit Mitarbeitenden in Schutzbekleidung in Kontakt.“

Zum weiteren Ablauf erläutert Professor Dr. Frank Schmitz, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie: „Jeder Abstrich wird nur von mir persönlich durchgeführt. Selbstverständlich trage ich Schutzkleidung.“ Und Rogge: „Sollte das Heidekreis-Klinikum einen Covid-19-Patienten aufnehmen, wird dieser selbstverständlich sofort isoliert untergebracht. Patienten, die wegen schwerer Symptome einer Covid-19-Infektion aus der ambulanten Versorgung in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen, werden grundsätzlich zuvor im Krankenhaus angemeldet.“

Der Patient, der auf sein Testergebnis aus dem Labor wartet, bleibt zu Hause in Quarantäne: Nach dem Abstrich wird er aufgefordert, sich ohne Umwege zurück in seine häusliche Umgebung zu begeben. Sein Hausarzt bleibt mit dem Patienten in Kontakt. Der Hausarzt bekommt das Testergebnis vom Labor mitgeteilt und informiert dann entsprechend den Patienten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, bleibt der Patient weiterhin zu Hause in Quarantäne. Das Labor schickt das Testergebnis grundsätzlich an den Hausarzt, der dieses Ergebnis auch an das Gesundheitsamt meldet. Das Gesundheitsamt übernimmt den täglichen Kontakt mit dem Erkrankten sowie die Identifizierung von Kontaktpersonen; auch der Hausarzt kann in die Betreuung mit eingebunden werden. Nur bei schweren Erkrankungsverläufen wird der Patient stationär, also im Krankenhaus, aufgenommen. Im Fall eines negativen Testergebnisses erfolgt die weitere Betreuung durch den Hausarzt.

Wie lange das Corona-Testzentrum gebraucht werde, so Rogge, „ist heute nicht absehbar.“ Das HKK werde aber selbstverständlich so lange wie nötig Unterstützung leisten.

Bei all diesen Maßnahmen betont Schmitz: „Wir möchten die Bevölkerung erneut bitten, Ruhe zu bewahren. Viren springen nicht. Sie werden übertragen, etwa durch Händeschütteln, Anniesen oder Anhusten.“ Das Einhalten von einfachen Hygiene-Regeln könne eine Ansteckung verhindern: Regelmäßiges, richtiges Händewaschen, Einhalten der Nies- und Hustenetikette - also in die Armbeuge oder direkt in ein Taschentuch - und bei Gesprächen einen Abstand von mindestens einem Meter zu wahren, sei der beste Schutz.

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