„Wir sind da echt schnell“

Volksbank Lüneburger Heide stellt Ergebnisse 2019 vor

„Wir sind da echt schnell“

Solide und mehr als zufriedenstellend sei 2019 für die Volksbank Lüneburger Heide verlaufen, meinte Gerd-Ulrich Cohrs, als er zusammen mit den beiden weiteren Vorständen Stefanie Salata und Ulrich Stock die Ergebnisse am Mittwoch in Walsrode präsentiert. Und dabei bezog er sich nicht nur auf den rein wirtschaftlichen Aspekt, sondern betonte: „Unsere Mitgliederzahl ist im vergangenen Jahr um 3.229 oder 4,3 Prozent auf 78.854 gestiegen.“ Cohrs sieht darin unter anderem eine Bestätigung des nachhaltigen Genossenschaftsmodells.

Die Bilanzsumme stieg gegenüber 2018 bis Ende 2019 um 5,3 Prozent auf gut 3,5 Milliarden Euro. Damit zähle die Volksbank Lüneburger Heide zu den Großen in Niedersachsen. Überhaupt, so Cohrs, sei die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken sehr stabil, habe das beste Rating in Deutschland und eines der besten in Europa.

Das Wachstum der Bank zeige sich, so Cohrs weiter, auch in einer hohen Einlagen- und Kreditentwicklung. Hier seien die Kundeneinlagen trotz der anhaltenden Zinssituation um 6,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Zugenommen habe aber auch die Bereitschaft, in Wertpapiere zu investieren, berichtet Salata: „Die Niedrigzinspolitik wird sich auch weiterhin fortsetzen. Deshalb müssen sich die Leute mit weiteren Anlagemöglichkeiten befassen, wenn sie denn ihr Geld vermehren möchten.“ Hier lege die Volksbank Lüneburger Heide großen Wert auf eine qualifizierte Beratung, um die richtige Lösung für den Kunden zu finden.

Nach wie vor, so Salata weiter, spiele das Kreditgeschäft bei einer Wachstumsrate von 6,6 Prozent und einem Volumen von 1,94 Milliarden Euro eine große Rolle. Hinter diesem Zuwachs von mehr als 120 Millionen Euro stünden einerseits ein herausragendes Neugeschäft, andererseits hohe Tilgungen bestehender Kredite: „Noch immer sind Immobilienkredite sehr gefragt. Hier helfen wir auch etwa bei der Suche nach einem Grundstück oder einer Eigentumswohnung. Immobilienfinanzierung ist also wichtig, aber die Kunden nehmen uns zunehmend auch als Unternehmensfinanzierer wahr. Sie kommen zu uns wegen unserer Konzepte und unserer Unkompliziertheit. Wir sind da echt schnell“, betont Salata.

Um das in ihrem großen Geschäftsgebiet zu gewährleisten, beschäftigte die Volksbank Lüneburger Heide 2019 rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 49 Filialen. Hier werde es Veränderungen geben: Eine Filiale, allerdings nicht im Heidekreis, werde noch in diesem Jahr geschlossen. Auch die Mitarbeiterschaft müsse sich auf Neues einstellen: „Wenn jemand 30 Jahre lang am Schalter gestanden hat, ist das nicht immer leicht für den Mitarbeiter“, so Stock mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung.

Hier habe die Volksbank schon seit einiger Zeit unter dem Stichwort Omnikanal unter kontinuierlichem Ausbau des Onlinebereiches verschiedene Möglichkeiten für den Kunden eingerichtet. Der nämlich gehe gern den bequemsten Weg, der dann aber auch in der Folge schnell und von hoher Qualität sein müsse: „Von 2015 bis 2019 ist die Nutzung der Filialen für Serviceangebote um 35 Prozent zurückgegangen“, weiß Stock. Ursache dafür sei das geänderte Kundenverhalten. Einige wollen weiterhin alles in der Filiale erledigen, andere setzen ausschließlich auf die digitale Abwicklung. Die meisten Kunden aber möchten alle Wege nutzen können und beliebig zwischen Filiale, Online und Telefon wechseln können.

Bei der Vernetzung sämtlicher dieser Vertriebswege zu einer Einheit spielt das hauseigene Dialog-Center eine wesentliche Rolle. Das, so Stock, biete schon heute ein umfassendes Servicepaket an: „Wir werden das in die Filialen bringen und in den nächsten Jahren einen Video-Service hinzufügen.“ Letzterer werde derzeit schon in der Filiale in Ramelsloh getestet. Auch bei abweichenden Öffnungszeiten der einzelnen Filialen wäre dann künftig die Bank nahezu flächendeckend von 8 bis 19 Uhr aus den Filialen heraus zu erreichen.

„Jeder Kunde baut sich seine Kanäle selbst zusammen und kann jederzeit die Spur wechseln“, so Stock. Die Online- und mobile Nutzung würden auch künftig weitersteigen. Vor allem jüngere Kunden seien es, die etwa mobil mit dem Smatphone zahlten oder per „Kwitt“ Geld an Freunde überwiesen. Nächster Schritt auf dem digitalen Weg solle noch in diesem Jahr die Nutzung eines neuen Authentifizierungssystems auf Basis der Zugangsdaten für das Online-Banking des Kunden gegenüber anderen Unternehmen sein. Weitere Daten würden nicht weitergegeben, und der Kunde behalte immer den Überblick, welchen Unternehmen gegenüber er sich so legitimiert habe.

Neben dieser „Software“ geht es aber auch um handfeste „Hardware“, so um die Erschließung und Vermarktung von Baugebieten durch die Volksbank-Tochter GEB (Gesellschaft für Entwickeln und Bauen) wie etwa in Neuenkirchen „Am Apfelgarten“. Auch in „eigener Sache“ wird die Bank tätig. So entsteht in Winsen ein Kreativhaus, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedene Arbeitsformen erproben sollen.

Und in Soltau sind nicht nur Abriss und Neubau des Gebäudes in der Wilhelmstraße, sondern auch die Einrichtung einer neuen Straße vorgesehen (HK berichtete). Dazu Cohrs: „Die Planung geht mit Riesenschritten auf die Endfertigung zu. Ende März ziehen wir in das schräg gegenüberliegende ehemalige Kreissparkassengebäude um. Die Vorbereitungen dafür laufen derzeit. Bis zum Jahresende soll dann das alte Volksbankgebäude abgerissen werden. Anders, als ursprünglich vorgesehen, soll erst der neue Baukörper und dann die Straße entstehen, weil die Straße noch ein bis zwei weitere Jahre Planung erfordert.“

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