Nach dem ersten Erdbeben, das der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) gestern um 4.57 Uhr zehn Kilometer südwestlich von Visselhövede im Drei-Landkreise-Eck Verden, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis registriert hatte (HK berichtete), gab es gestern an nahezu derselben Stelle um 20.37 Uhr ein zweites Erdbeben, in diesem Fall mit einer Lokalmagnitude von 2,6. Das berichtet LBEG-Pressesprecher Eike Bruns: „Eine räumliche und zeitliche Nähe von seismischen Ereignissen ist immer wieder zu beobachten.“
„Ab einer Magnitude von 1,9 können Menschen seismische Ereignisse im Gebiet der Erdgasförderung in Niedersachsen erfahrungsgemäß wahrnehmen. Bis 22 Uhr waren beim NED rund 20 Meldungen über verspürte Erschütterungen wie zum Beispiel Anrufe und E-Mail-Nachrichten von Anwohnern eingegangen“, so Bruns.
Und weiter: „Das Epizentrum lag im Bereich zwischen den Erdgasfeldern Hamwiede und Weissenmoor. Die Förderung von Erdgas führt zu Spannungen im tiefen Untergrund. Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, kann es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen durch sogenannte induzierte Erdbeben. Die genaue Ursache des aktuellen Ereignisses wird zurzeit in detaillierten Untersuchungen analysiert.“
Anwohner, die das aktuelle Ereignis verspürt haben, werden gebeten, ihre Beobachtungen über einen Fragebogen auf der Internet-Seite des LBEG zu melden unter: Niedersächsischer Erdbebendienst, weiter zu „Erdbeben verspürt“ und zum Erdbeben-Fragebogen. Die dort gemachten Angaben werden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt.
Eine detailliertere Liste zu den Erdbeben der vergangenen zwölf Jahre findenInteressierte unter Aktuelle Erdbeben | Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.
In den zurückliegenden drei Jahren hat der NED am LBEG im Schnitt rund fünf seismische Ereignisse pro Jahr registriert. Ein Drittel davon lag oberhalb der Wahrnehmungsschwelle von 1,9.