Wohin mit alten Röntgenbildern? Recyceln, um sie zu versilbern

Heidekreis-Klinikum: Im Foyer des Walsroder Krankenhauses steht ab sofort eine Recycling-Tonne

Wohin mit alten Röntgenbildern? Recyceln, um sie zu versilbern

Wie bundesweit alle Krankenhäuser, so ist auch das Heidekreis-Klinikum (HKK) dazu verpflichtet, Röntgenbilder nach Ablauf der bis zu 28 Jahren dauernden Aufbewahrungsfrist sachgerecht und datensicher zu entsorgen. Die Entsorgung der alten Befunde, Akten und Dokumente erfolgt nach der EU-Datenschutzgrundverordnung. Wohin aber mit diesen Bildern? Das HKK hat eine Lösung parat und im Foyer des Walsroder Krankenhauses eine Recycling-Tonne aufgestellt.

„Wir haben diese Bilder schon immer fachgerecht und datenschutzkonform über eine externe Datenentsorgungsfirma entsorgt“, erklärt Nicole Ahrens, Klima- und Umweltbeauftragte im HKK. Könnten die Bilder nicht auch einfach in die „normale“ Restmülltonne geworfen werden? „Ja, das wäre grundsätzlich erlaubt“, so Ahrens: „Aber es gibt eine viel besser Idee, durch die nicht nur der Datenschutz hundertprozentig gewährleistet ist, sondern auch die Umwelt geschont wird: Recycling.“

Das Heidekreis-Klinikum ist eines von insgesamt 250 Krankenhäusern in Deutschland, die am „KliK Green-Projekt“ (https://www.klik-krankenhaus.de) teilnehmen. Im Rahmen dieses Projektes wird Diplom-Ingenieurin Architektur Nicole Ahrens, die in der Abteilung Zentrale Dienste arbeitet, derzeit zur Klimamanagerin qualifiziert. Sie betont: „Mehr als vier Prozent der globalen Treibhausgase entstehen im Gesundheitssektor. Das Hauptanliegen des ‚KLiK‘-Projektes ist es, den Ausstoß von CO2 zu verringern.“

Doch wie kann ein Krankenhaus das schaffen? „Besonders gut geht das bei der Einsparung von Strom und Wärme beziehungsweise Kälte, aber auch bei der nachhaltigen Beschaffung von Waren, der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Müll“, erklärt Klimabeauftragte Ahrens. „Außerdem informieren wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder rund um da Thema Klimaschutz - und beeinflussen so das Nutzerverhalten und den Ressourcenverbrauch positiv.“

Das Heidekreis-Klinikum hat mittlerweile an beiden Standorten LED statt herkömmlicher Leuchtstoffröhren eingesetzt. Zudem wurden Zentraldrucker aufgestellt, die unzählige, kleinere Bürodrucker ersetzten. „Und die Hausschrift, die wir hier im Heidekreis-Klinikum verwenden, ist nicht nur besonders gut lesbar, sondern auch sparsam im Toner-Verbrauch. Im Vergleich zu anderen gängigen Schriftarten verbraucht sie bis zu 31 Prozent weniger Toner“, berichtet Ahrens. Und weiter zur Entsorgung von alten Röntgenbildern: „Beim Recycling von Röntgenaufnahmen werden mehr als 90 Prozent der Rohstoffe zurückgewonnen. Sie einfach in die Mülltonne zu werfen, das wäre also wirklich eine Verschwendung. Röntgenfilme enthalten einen hohen Silberanteil, den man gut aus der belichteten Folie herauslösen und wiederverwerten kann.“ In einer Tonne Filmmaterial seien zirka 2,5 Kilogramm Silber enthalten. „Neben diesem hohen Silberanteil werden auch verschiedene Kunststoffe und Papieranteile dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt“, erläutert die Klima- und Umweltbeauftragte.

Aber nicht nur in Krankenhäusern sind alte Röntgenbilder zu finden. „Mittlerweile bekommen unsere Patienten eine DVD mit ihren Aufnahmen auf Wunsch mit nach Hause. Früher hingegen gab es das Bild tatsächlich in die Hand. Und oft liegen diese Bilder noch nach Jahren in einer Schreibtischschublade herum, weil man nicht so recht weiß, wohin damit“, so Ahrens weiter: „Deshalb gibt es im Heidekreis-Klinikum Walsrode nun im Foyer eine Tonne, in der alte Röntgenbilder eingeworfen werden können. Hier kann jeder seine alten Röntgenaufnahmen datensicher und umweltgerecht entsorgen.“

Übrigens: Neben dem Nutzen, dass Ressourcen gespart und die Umwelt weniger belastet wird, bringt das Silber-Recycling auch soziale Vorteile: Mit dem Erlös aus der Verwertung der Röntgenfilme aus der Sammeltonne wird nämlich die ehrenamtliche Tätigkeit der Grünen Damen und Herren im Heidekreis-Klinikum unterstützt. Ahrens: „Außerdem wird die Sortierung des Materials von einer Behindertenwerkstatt durchgeführt - und fördert so Menschen mit Handicap bei der gesellschaftlichen Teilhabe.“

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