Pilgergruppe unterwegs: Stationen in der Heide das Salz in der Suppe

Frauen und Männer, die auf dem Via Romea Germanica unterwegs sind, übernachten in Wietzendorf und Soltau

Pilgergruppe unterwegs: Stationen in der Heide das Salz in der Suppe

Klaus Rühlmann, 1. Vorsitzender des Wietzendorfer Heimatvereins Peetshof, staunte nicht schlecht, als er vor kurzem einen Anruf aus dem Rathaus entgegennahm: Fünf Pilgerinnen und Pilger hätten Interesse, sich den Peetshof anzuschauen, hieß es. Sie seien auf dem Pilgerweg Via Romea Germanica unterwegs und machten Station in Wietzendorf. „Eine Pilgerin ist seit dem 3. Mai von Oslo aus unterwegs, andere sind am 19. Juni in Stade gestartet. Sie kannten sich zuvor nicht und wuchsen über die Tage zu einer gemeinschaftlichen Pilgergruppe zusammen“, berichtet Rühlmann. Gern habe die Gruppe sein Angebot angenommen, auf ihren Isomatten im Peetshof zu übernachten.

Zuvor deckten sich die Pilger im Ort mit Lebensmitteln ein. Auf dem Peetshof schoben sie unter der großen Kastanie einige Bänke zusammen, um gemeinsam Abendbrot zu essen. Rühlmann berichtete von dem Vorhaben, eine eigene kleine Pilgerunterkunft auf dem Gelände des Wietzendorfer Heimatvereins zu schaffen. Die Gruppe saß abends noch lange mit der Hausmeisterin des Peetshofes zusammen. Christine Hillmer vom Imkerverein schaute zufällig vorbei und schenkte allen jeweils ein kleines Glas Wietzendorfer Honig, schmackhafte „Marschverpflegung“ zum Mitnehmen. Mit auf den Weg hat sich Dr. Thomas Dahms, Vorsitzender des deutschen Fördervereins „Romweg Abt Albert von Stade“, gemacht. Er gehört zu den Mitorganisatoren der internationalen Pilgerwanderung „Pilger öffnen Horizonte“, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr von Oslo über Stade nach Rom führt. Am 13. Oktober soll die Pilgeretappenwanderung in Rom enden.

Neben der Gemeinde Wietzendorf war Soltau eine Station auf dem „Weg der Begegnung“, der seinem Namen auch in der Böhmestadt alle Ehre machte: In dieser nämlich kehrte die Gruppe in der Pilgerherberge des Soltauer Salzmuseums ein. Auf dem Programm standen der Besuch des Soltauer Mahnmals und anschließend ein gemeinsamer Grillabend. Im Vordergrund stand dabei - ganz im Sinne einer europäischen Kulturstraße - der Austausch mit den auch aus Norwegen, Schweden und Dänemark stammenden Pilgerinnen und Pilgern.

Dahms lobte begeistert die Gastfreundschaft entlang der Strecke. Der Weg durch den Heidekreis sei besonders reizvoll. Den Pilgerverein des Via Romea Germanica und das Soltauer Salzmuseum verbindet übrigens eine Tradition: Bei der Pilgeretappenwanderung 2013 gaben die Soltauer Salzsieder den Pilgern ein Säckchen Pilgersalz mit auf den Weg, das Mittenwald erreichte. Die Stempel der Etappenwanderung von 2013 können sich Interessierte auch heute noch im Salzmuseum in der Böhmestadt ansehen. Im Jahr 2015 bei der Pilgeretappenwanderung „Pilger überschreiten Grenzen“ machten die Teilnehmer ebenfalls im Salzmuseum Station. Im Jahr 2018 beteiligten sich die Pilger dann am historischen Salztransport von Soltau nach Quedlinburg mit einem Ochsenkarren auf der Via Romea von Soltau bis Osterwieck (HK berichtete).

Die Pilger, die auf dem Via Romea Germanica unterwegs sind, können bei ihrer Wanderung im Soltauer Salzmuseum einen Stempelabdruck für ihren Pilgerpass erhalten und in der kleinsten Pilgerherberge Deutschlands übernachten. Die Pilgerherberge des Salzmuseums wird dabei gut angenommen. Pilger des Jakobsweges und des Romwegs begegnen sich hier.

Interessierte finden Informationen zur Pilgerwanderung im Internet unter www.viaromea.de.

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