Wilsede ist und bleibt „steinreich“

VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide: Weitere historische Trockensteinmauern instandgesetzt

Wilsede ist und bleibt „steinreich“

Mit diesen Steinen konnten sie bauen: In Wilsede hat die VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide weitere historische Trockensteinmauern instandgesetzt. In früheren Zeiten hatten Heidebauern durchaus die Absicht, Mauern zu errichten, dienten sie doch als Trennungselemente der verschiedenen Nutzungsräume einer Hofstelle, so zum Beispiel Hofgelände, Garten, Wege und Weideplätze. Trockensteinmauern sind prägende Elemente der alten Hofstellen, des Ortsbildes von Wilsede und der historischen Heidebauern-Kulturlandschaft insgesamt.

Die Mauer am „Schlangengrund“ war nur noch in Relikten vorhanden. Einzelne große Findlinge markierten ihren einstigen Verlauf. Sie wurde nun neu aufgesetzt und „schlängelt“ sich entlang der Geländekante. Eine weitere Trockensteinmauer verläuft entlang des Grundstückes des Sass-Hauses und trennt den Garten vom Grünland. Auch hier bleibt jetzt ein Stein auf dem anderen.

Überraschend verliefen die Arbeiten an einer alten, langen Trockensteinmauer unterhalb des „Hillmershofes“. Während der Sanierungsarbeiten wurden bis zu 40 Zentimeter der historischen Mauer freigelegt, die während der vergangenen Jahrzehnte von Erde und Pflanzenresten verschüttgegangen waren. Einige Teilstücke der Mauer waren noch sehr gut erhalten und konnten im Originalzustand belassen werden, während andere Abschnitte bis auf das Fundament zusammengefallen waren und neu aufgesetzt werden mussten.

Insgesamt wurden Trockensteinmauern auf einer Länge von mehr als 400 Metern saniert. Dafür standen Fördermittel aus der Förderrichtlinie „Landschaftswerte“ in Höhe von rund 246.000 Euro zur Verfügung. Die Bingo-Umweltstiftung unterstützt das Projekt mit weiteren 27.368 Euro.

Die sanierten Trockensteinmauern bieten einen mehrfachen Nutzen. Unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten dienen sie als Biotope, unter anderem für zahlreiche Insekten- und Reptilienarten, Moose und Flechten. Unter kulturhistorischen Aspekten werden die typischen Hofeinfriedungen aus der Heidebauernzeit bewahrt. Auch mit Blick auf den Tourismus sind sie wertvoll, prägen sie doch auch das Ortsbild von Wilsede als Kernort im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide.

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