Obstbaumschnitt: Tipps vom Profi

Zweitägiger Kurs in Wintermoor ausgebucht / Teilnehmer mit Eifer dabei

Obstbaumschnitt: Tipps vom Profi

Zu einem zweitägigen Obstbaumschnittkurs in Wintermoor hatte vor kurzem die Naturschutzstiftung Heidekreis über das mit Leader-Mitteln geförderte Projekt „Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften“ eingeladen. Genau drei Tage nach der Ankündigung war der Schnittkurs bis auf den letzten Platz besetzt. Anstatt der 50 Interessierten konnten letztlich nur 16 an dem Kurs teilnehmen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten in den zwei Tagen theoretische und praktische Grundlagen der Jungbaumerziehung und des Ertragsbaumschnittes von hochstämmigen Obstgehölzen. Die Grundlage des Kurses bildete das als Öschbergschnitt bekannte Schnittsystem. Hierbei war es dem zertifizierten Obstgehölzpfleger Joachim Steinmetz besonders wichtig, dass vor dem Schnitt immer eine genaue Analyse des einzelnen Baumes erfolgt, die sogenannte Baumansprache, um das Ziel einer naturgemäßen Obstbaumkrone ohne viel Aufwand zu erreichen. Eine weitere Regel, auf die er immer wieder aufmerksam machte, ist die Wundgröße, die ein Obstbaum noch verschließen, oder besser gesagt, überwallen kann. Diese liegt bei maximal zehn Zentimetern, wobei allerdings viele Hobbygärtner ihren Obstbäumen deutlich größere Wunden zufügen und so unweigerlich ihren Bäumen schwere Schäden zufügen, da jede offene Wunde immer auch ein Einfallstor für Pilze und andere Krankheiten darstellt.

Diese Bäume können zwar noch Jahre leben, aber eine Erholung von einem unsachgemäßen Schnitt ist oftmals nicht möglich, auch nicht durch synthetische Wachse oder Harze. Diese können sogar die Pilzbildung fördern, da sich darunter Feuchtigkeit sammeln kann. Alle Teilnehmer des Obstbaumschnittkurses waren mit Eifer und Spaß bei der Sache und haben auch bei den praktischen Übungen konzentriert mitgearbeitet. Als Fazit konnten die Erfahrenen ihr Wissen erweitern und die Anfänger sich ein Grundgerüst für den Schnitt der heimischen Obstbäume aneignen.

Die Naturschutzstiftung Heidekreis wird aufgrund des enormen Andranges noch zwei weitere Kurse im Januar kommenden Jahres anbieten. Sobald hier die Organisation abgeschlossen ist, werden die Anmeldedaten bekannt gegeben. Wer außerdem Interesse an der Förderung einer Feldhecke oder Streuobstwiese hat oder sich allgemein über das Projekt „Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften“ informieren möchte, kann gern mit Projektleiter Mirco Johannes unter der Telefonnummer (05191) 970 875, E-Mail-Adresse johannes@naturschutzstiftung-heidekreis.de, in Kontakt treten oder sich wahlweise auch über die der Homepage der Naturschutzstiftung Heidekreis unter der Adresse www.naturschutzstiftung-heidekreis.de informieren.

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